Vom Android-Fanboy zum Apple-Jünger: Mein iPad!

Manchmal sollte man seine Position genauer bestimmen. Ist man nun ein Android-Fanboy, der das freie, ungezügelte google’sche Internet sucht? Oder ist man doch der durchgestylte Apple-Jünger, der im iTunes-Store immer auf der Suche nach der letzten Keynote von Steve Jobs ist? Mit meinem neuen iPad und meinem nur wenig älteren Galaxy S stehe ich zwischen den Stühlen. Noch.

Nach zwei Wochen iPad

Der Apple iPad und Samsung Galaxy S Schrein

Der Apple iPad und Samsung Galaxy S Schrein

Ich bin sicherlich kein Experte. Aber mittlerweile habe ich in der Computer-Welt einiges gesehen: vom uralten 286er, auf dem noch MS-DOS lief und Programme mit großen Disketten gestartet wurden. Über den selbst zusammen gebauten Stand-PC, der schon einmal komisch roch, weil Kabel und Silberpaste vielleicht doch woanders hingehörten. Oder mein Linux-Laptop mit dem ich weiter in die Untiefen der Kommandozeile eintauchte; mal mehr, mal weniger freiwillig. Und nun bin ich stolzer Besitzer eines Top-Android-Smartphones mit dem ich Touchscreens lieben lernte. Und auch eines Amazon Kindle, der mich eInk lieben lernte, vom Kindlestore abhängig machte und meine Bücherregale überflüssig machen wird.

Und nun ein iPad. Ich habe geschimpft und geflucht über iTunes. Und am zweiten Tag habe ich mein Badezimmer geputzt. Denn ich hatte nach kurzer Zeit einfach das Gefühl, dass ich das iPad kenne und für mich eingerichtet habe. Und ich hätte es schon am ersten Tag gemacht, wenn ich gewusst hätte, dass iTunes ein iPad 2 nicht synchronisieren kann, wenn die Firewall Zonealarm auf dem PC läuft.

Und die Einrichtung dauert nicht lange. Die Einstellungen des iPad sind übersichtlich und zentral unter der App „Einstellungen“ zu finden. So wünsche ich es mir. Auch die Konfigurationsmöglichkeiten von anderen Apps finden sich oftmals hier, gelegentlich auch in der App selber. Allerdings gibt es oft recht wenig einzustellen. Sowohl bei dem iPad als auch bei den Apps selber. Das ist übersichtlich und recht einfach zu bedienen. Von Android bin ich anderes gewohnt. Und wenn ich so überlege, dann brauche ich keine weiteren Einstellungsmöglichkeiten bei meinem iPad.

Apps? Apps! Die Auswahl an Apps ist besser als die Auswahl im Android-Markt. Die schiere Anzahl soll ja schon höher sein, aber das interessiert mich eher weniger. Vielleicht mag es auch an dem Unterschied von Smartphone zu Tablet liegen, aber ich habe im Apple App Store hauptsächlich hochwertige Apps gefunden. Also Apps, die funktionieren und dabei auch ein übersichtliches und ansehnliches Interface bieten.

Allerdings sind viele der guten Apps auch kostenpflichtig. Das ist aus Sicht der Entwicklerfirmen verständlich und nachvollziehbar, als Android-Fanboy habe ich natürlich anderes erwartet. Und während man im Android-Market noch auf die Rechte, die man Apps gewähren muss, hingewiesen wird, fehlt dies bei Apple. Da wünschte ich mir dann mehr Informationen und ggf. auch Einstellungsmöglichkeiten. Dass Apple die Apps im App-Store überprüft, ist da nur ein kleiner Wermutstropfen.

iPad 2 - Das berühmte Apple-Tablett

iPad 2 - Das berühmte Apple-Tablett

Und es gibt Werbung. Der iOS-Browser Safari zeigt auf jeder Internetseite die Werbung an. Und auch Apps können Werbung enthalten und es gibt keine Möglichkeit diese zu blockieren. Unter Android gibt es dafür eine App, die allerdings ein gerootetes Android verlangt. Und da ich bislang keinen simplen Weg zum Jailbreaken des iPad gefunden habe, sehe ich immer noch Werbung. Und bin erstaunt über die Menge an Werbung auf einigen Internetseiten.

Und noch etwas hat mich erstaunt: Die Tastatur des iPad ist nicht so gut, wie ich es erwartete. Die Tastatur von Gingerbread, der aktuellen Android Smartphoneversion, ist einfach besser. Es ist nicht das Tastaturlayout sondern die Rechtschreibkorrektur und Wortergänzung. Und vor allem gibt es unter Android einige Apps, die Alternativen und Ergänzungen anbieten.

Lästern über das iPad? Auf hohem Niveau!

Denn insgesamt ist das iPad ein gutes Tablet. Und iOS ist ein einschränkendes Betriebssystem. Aber ein funktionierendes. Es ist wie der Wechsel von der Konsole zu einer graphischen Oberfläche: ungenauer, aber deutlich komfortabler. Und an ein Tablet stelle ich diese Erwartung auch. Obwohl ich wegen meinem iPad 2 nun mein Samsung Galaxy S nicht wegwerfen werden.
Was habt ihr für Erwartungen an ein Tablet? Soll es ein iPad werden? Oder ein Android-Tablet?

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Marc Pentermann bloggt seit über zehn Jahren, hauptsächlich über technische, politische und netzpolitische Themen. Auch über Gadgets, oftmals aus dem Hause Apple und immer wieder gibt es Fotos aus dem Leben. Immer sonntags gibt es einen Sammelbeitrag von lesenswerten Artikeln. Er arbeitet als Sozialpädagoge in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen. Seit 2010 lebt er in Österreich (mehr).

4 Kommentare

  1. Matthias Z

    Überzeugt mich noch nicht! IOS oder Android ist einfach eine grundsätzliche Frage, ob man sich einsperren lassen will oder nicht!

  2. Wolff

    Ohne Jailbreak bleibt immer noch die Möglichkeit einen anderen Browser zu benutzen. Atomic oder iCab zb. haben Werbeblocker an Board. Safari ist eh nicht so pralle, es gibt deutlich bessere Browser.

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