Kurze Notizen: Rechtsaußen/Nationalsozialismus

Die Forderung der NPD nach getrenntem Schulunterricht für deutsche und ausländische Kinder offenbart ihren Rassismus und ihre Angst vor kultureller Vielfalt.
NPD-Blog: Apartheidspolitik à la NPD

Im Juli diesen Jahres wurden nach bisher bekannten Zahlen 888 Straftaten mit rechtsextremen Hintergrund verübt. Dabei wurden 63 Menschen. Und es wurde kein einziger Haftbefehl erlassen.
NPD-Blog: 888 Straftaten, 63 Verletzte – null Haftbefehle

Einen interessanten Gedankengang zum Berliner Holocaust-Mahnmal (das Stelenfeld) zeigt Daniel Erk auf. Regt das Mahnmal zu Zivilcourage und Diskussionen an?
Hitler-Blog: Yes, we’re shooting

Beim FC Carl Zeiss Jena sind nun typische Nazi-Marken im Stadion verboten. Ein doch recht deutliches Zeichen, wenn es denn konsequent umgesetzt wird.
FC Carl Zeiss Jena: FC Carl Zeiss Jena zeigt Nazisymbolik die Rote Karte [via NPD-Blog]

Die NPD Bayern lockt mit Freibier zu einer Veranstaltung auf dem Marktplatz in Gräfenberg. Schön dass sie einsehen, dass ihre Politik noch nicht einmal die eigenen Leute anzieht.
redok: Freibier soll zur Demo locken

Und weil man mit Freibier die politischen Gegner nicht zum Schweigen bringen kann, wird dafür der juristische Weg versucht.
redok: Anzeigen-Serie der beleidigten Bayern-NPD

Über Antisemitismus, den politischen und medialen Umgang damit spricht Telepolis anhand des jüngsten Angriffs auf einen Rabbiner in Frankfurt.
Telepolis: Zweierlei Maß

Das United States Holocaust Memorial Museum hat knapp 150 Fotos aus einem privaten eines Auschwitz-SS-Soldaten veröffentlicht. Das Album zeigt eher das Privatleben bzw. öffentliche Leben in Auschwitz, Gefangene und ihre Ermordung sind nicht zu sehen.
United States Holocaust Memorial Museum: Auschwitz through the lens of the SS: Photos of Nazi leadership at the camp [via NPD-Blog]

BILDLeser sind …

Das bekannte Bildblog macht auf drei Leserbriefe aufmerksam, die die BILD zu ihrer Berichterstattung über Eva Hermans neuestem Ausfall (Erklärung 1, 2, 3) bekommen hat.

BILDBlog: Die schönsten Nazi-Vergleiche der “Bild”-Leser

Gefunden über das Hitler-Blog der taz, das einen Leserbrief auch direkt in aktuelle Alltagssprache übersetzt:

Unsere Muetter haben damals in erster Linie die Fresse gehalten und ihre Kinder zu willenlosen Soldaten und 1a Nazis gemacht – geilomat.

… weiterlesen beim Hitlerblog

Mal ehrlich, wozu brauchen die Rechtsextremen eigentlich noch eigene Zeitungen, wenn die BILD solche Leserbriefe veröffentlicht.

Shoa.de – Lesenswertes zum Nationalsozialismus

Shoa.de ist eine gemeinnützige Initiative, die sich unter dem Gedanken zivilgesellschaftlichen Engagements der wissenschaftlich-didaktischen Auseinandersetzung mit den Themen Drittes Reich, Antisemitismus und Holocaust sowie ihren Nachwirkungen bis in die Gegenwart widmet.

schreibt die Initiative auf über sich selber. Ich habe die Seite kennengelernt als ein gutes Nachschlagewerk zum Themenkomplex Nationalsozialismus, Holocaust und Antisemitismus. Zwar sind einige Kategorien noch immer nicht ausreichend gefüllt, aber die Artikel, die bereits veröffentlicht wurden, bieten sehr gute Informationen und sind gut aufbereitet.

Zu den aktuellen Artikeln gehören u.a. ein sehr interessanter Artikel zum Historikerstreit, die deutsche Übersetzung der Holocaust-Dokumentation des serbischen Fernsehens, eine Erinnerung an den Mindener Juden und Widerständler Otto Michelsohn und eine Rezension des Buches “Deutsches Filmwunder. Nazis immer besser” von Kuhlbrodt.

Unter der Überschrift Der Historikerstreit erläutert Jochen Böhmer die wesentlichen Aussagen und den Ablauf des Historikerstreits. Ein Abschnitt zu den historischen Hintergründen und auch eine Bewertung aus heutiger Sicht gehören ebenso zu dem Artikel.

„Die Pflicht, sich an den Holocaust zu erinnern!“ ist die Überschrift der Holocaust-Dokumentation des öffentlich-rechtlichen serbischen Fernsehensenders Radio-Televizija Srbije. Die Dokumentation liefert einen kurzen Überblick über den Holocaust. Als ein Einstieg in die Thematik ist sie sicherlich geeignet, auch der eben nicht-deutsche Blick macht den Artikel durchaus lesenswert.

Dass es auch jüdischen Widerstand gab, macht der Artikel Jüdischer Widerstand – Erinnern an Otto Michelsohn nochmal deutlich. Kristan Kossack schreibt über Michelsohns Leben und sein Wirken als Kriegsgegner und Helfer bei der Emigration/Flucht jüdischer Deutscher in Weimar. Die Mindener Kultusgemeinde tritt nun für eine Erinnerungsstätte für den jüdischen SPDler in seiner Heimatstadt ein.

Bernd Kleinhans rezensiert Dietrich Kuhlbrodts Buch “Deutsches Filmwunder. Nazis immer besser” über die Entwicklung des “Hitler-Films” in Deutschland. Auch wenn die DDR-Filmszene wenig besprochen wird, scheint die Kritik westdeutscher Filme in den unterschiedlichen Zeitepochen doch sehr interessant zu sein. Denn Kuhlbrodts Resümee scheint zu sein, dass die Filme fast immer nur dem jeweiligen Zeitgeist entsprechen. Sodass Kleinhans zu den Filmen der 90iger zusammenfasst: das gruselige Wohlgefühl, den größten Verbrecher aller Zeiten einmal ganz aus der Nähe zu sehen, lockt die Menschen ins Kino – Hitler als Vehikel spannender Unterhaltung.

Shoa.de firmiert unter dem Titel Zukunft braucht Erinnerung.

Filbinger – “umstritten” ist noch nett gesagt

Hans Filbinger ist am ersten April diesen Jahres gestorben. Der als “furchtbare Jurist” bekannt gewordene CDU-Mann war während des Nationalsozialismus unter anderem Marinerichter.

Während andere vielleicht noch sagen konnte, dass sie “von nichts gewusst” haben, könnte man Filbinger in den Mund legen: So schlimm war das doch nicht. Wohl nicht in dem Mund legen kann man ihm, dass er seine Einstellung überdacht hätte. Schließlich hat er das Studienzentrum Weikersheim mitgegründet. Und dies ist nicht gerade eine Hochburg demokratischen Fortschritts.

Einige weitere Links:

Lies doch bei anderen

Einige Linktipps. Wenn ich schon selber nicht zum Schreiben komme …

Hiermit verleihe ich Ihnen die Ehrendoktorwürde …

Man wird sich als Prominenter sicherlich sehr gebauchpinselt fühlen, wenn einem ein Ehrendoktor angeboten wird. So einen Doktortitel bekommt man ja schließlich nicht jeden Tag angeboten. Und wenn dann noch eine namhafte Institution wie die “Deutsche Nationalakademie” diesen verleiht, kann man eigentlich schon mal zusagen. Und wenn die Grundsätze dieser “Deutsche Nationalakademie” aus Versatzstücken von Hitlers “Mein Kampf” und dem NPD-Programm besteht, scheinen einige deutsche Prominente damit auch kein Problem zu haben.
Das jedenfalls hat das Magazin Tempo gemacht und wird momentan an einigen Stellen sogar diskutiert