Keine medialen Parallelgesellschaften

ARD und ZDF haben eine Studie unter dem Titel Migranten und Medien 2007 durchgeführt und die Mediennutzung von Migrantinnen in Deutschland unter die Lupe genommen.

Im Großen und Ganzen unterscheidet sich die Mediennutzung nicht groß. Außer dass gerade türkische Migrantinnen weniger Radio hören. Interessant ist nur, dass die nicht-migrierten Deutschen bei fast allen Statistiken immer eine etwas (manchmal nur ein Prozentpunkt) höhere Mediennutzung aufweisen. Einzige Ausnahme sind die polnischen Migrantinnen bei der Internetnutzung. Das nämlich benutzen diese täglich etwas mehr als Deutsche.

Die ausführlichen Ergebnisse sind in einem PDF-Dokument veröffentlicht (Studienergebnisse Migranten und Medien 2007, PDF, 2.45 MB) und auch der SWR fasst die Ergebnisse in einem Artikel zusammen.

Mal wieder die Flüchtlinge

Die Anerkennungsrate für politische Flüchtlinge liegt in Griechenland im Promillebereich, 2003 wurde ganzen drei Menschen Asyl gewährt […], 2004 waren es gerade einmal elf. In Griechenland geborene Kinder von Migranten bekommen nicht einmal eine Geburtsurkunde ausgestellt, geschweige denn, wie beispielsweise in Frankreich üblich, die nationale Staatsbürgerschaft. Diese Kinder haben überhaupt keine Staatsbürgerschaft, weder Anrecht auf einen Schulbesuch, noch können sie einen Personalausweis oder Pass beantragen.

schreibt Heike Schrader in einem am Samstag bei Telepolis veröffentlichten Artikel über ein bislang eher wenig beachtetes Treffen der Versammlung der Generaldirektoren und Leiter der Europäischen Migrationsbehörden.

Mal ehrlich, diese Überzeugung, dass Migranten nur “Schmarotzer” seien und dementsprechend auch behandelt werden müssen, ist doch totaler Quark. Aus welchem Grund würdest du denn wohl deine Heimat verlassen? Deine ganzen Freunde, deine ganze Familie? Schon der Umzug in eine andere Stadt ist doch für viele schon unangenehm, wenn man sich dort erst ein neues soziales Umfeld aufbauen muss. Was würde denn dich bewegen, in ein anderes Land auszuwandern? Und was wärst du bereit, dort zu unternehmen, damit du eine neue Heimat / ein neues Leben dort beginnen kannst?

Interessant in diesem Zusammenhang ist sicherlich das migration-audio-archiv. Dort gibt es auf einer schön gemachten Seite mehrere Geschichten von MigrantInnen zu ihren Migrationsgeschichten.

Fotografie: Die Kunst Deutscher zu sein

Screenshot: Die Kunst Deutscher zu sein
Screenshot: Sundheim/Gerdes (Die Kunst Deutscher zu sein)

Die Kunst Deutscher zu sein ist ein Projekt von Studierenden der FH Dortmund. Einige Bilder sind echt klasse, andere erschließen sich erst, wenn man den Hintergrund, das dahinterstehende Konzept kennt.

So auch dieses Bild aus dem Projekt von Sundheim/Gerdes.