As time goes by…

COSMiQ (vormals LYCOS iQ) wurde zum 03. April 2018 eingestellt. Die Informationen auf dieser Seite werden nicht mehr aktualisiert, die Links funktionieren größtenteils nicht mehr und diese Seite wird nur aus melancholischen Gründen nicht gelöscht!
Alte Werbeanzeige von LYCOS iQ
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Es ist schon faszinierend, wie die Zeit vergeht. Ich suchte vor einigen Tagen auf meinem FTP-Server Log-Dateien. Die wollte ich nur löschen, weil ich sie einfach nicht mehr benötigte. Und in Zeiten der großen Überwachung, in Zeiten von PRISM und TEMPORA möchte man natürlich so wenig Daten wie möglich einfach so herum liegen lassen. Zumal ich mit dem Server Logs noch nie etwas anfangen konnte. Zufälligerweise habe ich dann ein altes Projekt wieder gefunden: iQ Community News.

Das dürften die wenigsten noch kennen, schließlich starb das Projekt langsam in 2009. Der Saft war natürlich vorher schon irgendwie raus, was vielleicht an dem Projekt an sich lag. Denn die mehr oder weniger einzige Funktion war es gewesen, auf spannende / interessante / witzige Fragen (sprich Diskussionen) bei LYCOS iQ hinzuweisen. Größere, eigenständige Blogposts gab es zwar auch, aber sehr selten. Es war dann doch eher ein Beiwerk zum damaligen LYCOS iQ.

Wer es sich noch einmal anschauen möchte, kann dies gerne machen: www.webanhalter.de/iq-community-news. Aber ich werde doch wohl in einiger Zeit löschen, schließlich steckt eine eigenständige WordPress-Installation dahinter. Und die möchte ich ungern weiterhin pflegen.

Interview mit Thomas Dominikowski, Product Director Search Lycos Europe, zum Start von LYCOS iQ (Mirror)

COSMiQ (vormals LYCOS iQ) wurde zum 03. April 2018 eingestellt. Die Informationen auf dieser Seite werden nicht mehr aktualisiert, die Links funktionieren größtenteils nicht mehr und diese Seite wird nur aus melancholischen Gründen nicht gelöscht!

Als LYCOS iQ im Januar 2006 startete, waren Frage-Antwort-Portale noch nicht sehr bekannt in Deutschland. Ende 2005 brachte Yahoo! seinen Dienst Yahoo Answers heraus und Google hatte sich mit Google Answers an einem kostenpflichtigen Dienst versucht. Platzhirsch Wer-weiss-was.de machte den Eindruck eines “gewöhnlichen” Forums.

Unter dem Titel Wir wollen menschliches Fach- und Erfahrungswissen leicht und schnell zugänglich machen verdeutlichte Thomas Dominikowski damals, was man von LYCOS iQ (http://iq.lycos.de) zu erwarten habe. Er erläutert die unterschiedlichen Funktionen (Fragen&Antworten, Linkkatalog, Expertensuche) und geht auf mögliche Vorbehalte (z.B. zu fehlerhaften Antworten) ein. Und er hebt die Bedeutung der Suche für LYCOS Europe hervor.
Diese als Interview gestalteten Informationen waren nach dem Ende von LYCOS Europe und dem Verkauf von LYCOS iQ an Hubert Burda Media nicht mehr online.

Thomas Dominikowski und LYCOS Europe erlaubten mir, dieses Interview nun auf meiner Seite zur Verfügung zu stellen, wofür ich mich sehr herzlich bedanken möchte.

Das Interview ist im Volltext hier zu lesen: Wir wollen menschliches Fach- und Erfahrungswissen leicht und schnell zugänglich machen.

LYCOS Archiv: ‘Wir wollen menschliches Fach- und Erfahrungswissen leicht und schnell zugänglich machen’

Originalansicht: Interview mit Thomas Dominikowski

LYCOS Europe veröffentlichte im Januar 2006 zum Start von LYCOS iQ ein Interview mit Thomas Dominikowski. Der damalige Product Director Search stellt die unterschiedlichen Funktionen vor und erläutert die Unterschiede zu einigen damals bestehenden Frage-Antwort-Portalen.
Mit der Auflösung von LYCOS Europe und dem Verkauf von LYCOS iQ an das iLab der Hubert Burda Media GmbH war es nicht mehr erreichbar, weshalb ich es hier nun zur Verfügung stelle.

Ich danke Thomas Dominikowski und LYCOS Europe für die freundliche Erlaubnis, das Interview hier veröffentlichen zu dürfen.

Beginn Originalinterview:

‘Wir wollen menschliches Fach- und Erfahrungswissen leicht und schnell zugänglich machen’

Interview mit Thomas Dominikowski, Product Director Search Lycos Europe

Wofür genau steht Lycos iQ?

Lycos iQ ist ein die klassische Internetsuche ergänzendes neuartiges Community- und Suchprodukt, das menschliches Fach- und Erfahrungswissen anderen leicht und schnell zugänglich machen soll. Fragen können im Unterschied zu Suchmaschinen ausformuliert gestellt und direkt durch ein Experten-Netzwerk beantwortet werden. Damit reicht Lycos iQ als „menschliche Suchmaschine“ weiter als herkömmliche Suchtechniken, die zwar Trefferlisten nach gesuchten Schlagworten anzeigen können, aber keine dezidierten Antworten liefern.

Woher bezieht Lycos iQ seine Inhalte?

Grundsätzlich besteht Lycos iQ aus drei Säulen: Zum einen aus einem Frage- und Antwortsystem – jeder Nutzer kann Fragen stellen, die von anderen Nutzern beantwortet werden. Zweiter Produktschwerpunkt ist eine professionelle Link-Verwaltung, mit der Nutzer die eigenen gesammelten Internetlinks organisieren und anderen zur Verfügung stellen können. Verbunden werden die Bereiche — und das ist die dritte Säule — von der für alle Nutzer frei zugänglichen Experten-Community, durch die jeder sein Wissen anderen zur Verfügung stellen kann, wodurch man Rang und Anerkennung innerhalb des Systems erwirbt. Dies ist auch der Grundgedanke hinter dem Lycos iQ Motto „Dein Wissen zählt“.

Aus welchen Mitgliedern besteht die Experten-Community?

Sie besteht aus einer sehr heterogenen Mischung von Menschen jeden Alters, jeden Geschlechts und jeden Berufszweigs, deren kleinster gemeinsamer Nenner ein Internetzugang ist. Diese Verschiedenartigkeit ist ein großer Gewinn für LYCOS iQ: Sie gewährleistet eine Fülle an unterschiedlichen Wissens- und Interessensschwerpunkten. So könnte bei Lycos iQ z. B. ein pensionierter Landschaftsgärtner einem Physikstudenten erklären, wie er seinen Rasen pflegen sollte, der Student erklärt einer Hausfrau, wodurch sie ihre Stromkosten senken kann, und sie wiederum hat homöopathische Tipps gegen die Laktose-Unverträglichkeit eines Erdkundelehrers, der wiederum Spezialist für Filme mit Fred Astaire ist. Dieser geballte Wissensfundus geht in Lycos iQ über und bleibt dort dauerhaft für jeden abrufbar.

Wettbewerbsprodukte, wie z.B. Online-Lexika, Foren oder Newsgroups, haben prinzipiell ein ähnliches Anliegen und existieren schon seit langem.

In Foren und Newsgroups findet zwar reger Wissensaustausch statt, er ist aber zumeist auf sehr spezifische Themengebiete und kleine Gruppen beschränkt. Die Foren selbst wie auch ihre Inhalte sind meistens für Laien kaum oder nur durch mühselige Recherche auffindbar. Lycos iQ ist ein System für alle Themen, das einfach und intuitiv nutzbar ist.
Allgemeine Online-Lexika transportieren und vertiefen zwar Wissen, nutzen aber am besten als Nachschlagewerke. Sie liefern in der Regel keine Antworten etwa zur minimalen Profiltiefe eines Winterreifens oder zum Unwort des Jahres 2001.

Welchen Mehrwert kann stattdessen Lycos iQ bieten?

Lycos iQ ist so angelegt, dass eine breite Fülle von Fach- und Allgemeininformation durch die Frage-Antwort-Situation so aufbereitet wird, dass der Nutzer jeweils die für seine Situation die konkrete Information erhält. Ein Mensch, der auf eine Frage eingeht, kann deren Anliegen viel besser erkennen und erfüllen als jede Art von Technik dies je könnte. Aufgabe der Suche innerhalb von Lycos iQ ist es, dieses Wissen zu organisieren und so zu verarbeiten, dass es leicht auffindbar wird.
Dazu ermöglicht Lycos iQ interessierten Nutzern, sich über Themenkomplexe ihrer Wahl auf dem neuesten Stand halten zu lassen. Durch die in Kürze verfügbaren Abonnements oder RSS-Feeds werden die spezifischen Neuinformationen und interessante Links direkt in ihr E-Mail Postfach geschickt respektive für ihren RSS-Reader bereitgestellt. Persönliche Link-Sammlungen können bei Lycos iQ professionell verwaltet werden und sind dadurch schneller auffindbar und überall online verfügbar. Wer mag, kann seine Linksammlung ebenfalls für andere zugänglich machen, fördert dadurch weiter den Wissensaustausch und erhält weitere Statuspunkte für die Lycos iQ Community.

Wie schützt sich Lycos davor, dass vermeintliche Experten Fragen falsch beantworten?

Zum einen setzen wir auf die Selbstregulierung in den Lycos Communities – im schon seit 1997 bestehenden Lycos Chat zeigt sich zum Bespiel sehr deutlich, dass die Mitglieder mit Störenfrieden umzugehen wissen und sich stark für eine angenehme Atmosphäre innerhalb der Community engagieren. Verdacht auf groben Unfug sollte jederzeit den Produktverantwortlichen zur Überprüfung mitgeteilt werden. Wer einfach keinen Kontakt zu einem bestimmten Mitglied wünscht, kann dieses auch auf eine persönliche schwarze Liste setzen und damit fortan jede weitere Kontaktmöglichkeit unterbinden.

Was passiert, wenn unabsichtlich fehlerhafte Angaben gemacht werden?

Auch dies kann vorkommen. Sollte jemand mit der Beantwortung seiner Frage unzufrieden sein, kann er sie jederzeit neu stellen. Hat überdies noch ein weiterer Experte Anmerkungen zu einer bereits beantworteten Frage, so kann er einen zusätzlichen ergänzenden Kommentar beifügen.
Wir gehen aber von einer allgemein sehr hohen Gewissenhaftigkeit bei der Beantwortung der Fragen aus. Die Mitglieder von Lycos iQ registrieren sich mit einem nicht veränderbaren Mitgliedsnamen und setzen durch falsche Angaben ihren „guten Namen“ aufs Spiel. Innerhalb der Community bewegen sie sich in einem virtuellen Rangsystem, dass ihr Ansehen und ihren Expertenstatus bestimmt.

Muss man sich also in jedem Fall registrieren, um Lycos iQ nutzen zu können?

Möchte jemand einfach nur die Antworten durchstöbern oder interessante Links entdecken, so ist keine Registrierung erforderlich. Wer nur schnell eine Frage stellen will, kann das als Gastnutzer ohne aufwändige Registrierung tun. Wer zum Experten-Netzwerk gehören möchte, um etwa Antworten geben zu können, die Link-Verwaltung zu nutzen und Status- und Bonuspunkte in der Expertencommunity zu erhalten, muss sich einmalig vollständig registrieren. Lycos Europe hält sich strikt an die Richtlinien des Datenschutzes und gibt keine Daten ohne Einwilligung an Dritte weiter. Der Nutzer kann aber frei entscheiden, ob er Daten aus seinem persönlichen Profil für durch ihn ausgewählte Nutzer sichtbar machen möchte, so dass sie z. B. seine E-Mail Adresse, seinen Geburtstag oder seine „Über mich“ Seite einsehen können.

Ab wann wird Lycos iQ sein Ziel, als „menschliche Suchmaschine“ zu funktionieren, vollständig aufnehmen können?

Lycos iQ geht ab sofort in einer Beta-Version an den Start. Wir gehen davon aus, dass sich schnell, über einige Wochen und Monate hin, ein aktives Experten-Netzwerk bilden wird. Denn wir werden sowohl über die Lycos-Suche auf Lycos iQ hinweisen als auch außerhalb des Lycos Netzwerks Promotion-Aktivitäten starten. Zudem hat Lycos iQ auch „virale“ Qualitäten. So können z.B. bestehende Experten neue Nutzer in das System einladen. Es tritt dann eine fließende Wechselwirkung ein: Je mehr Frage- und Antwort-Inhalte sich im Folgenden durch das Engagement der Experten ergeben, desto eher kommt der rein technische Teil von Lycos iQ zum Tragen. Dieser umfasst die umgehende Reaktion auf bereits gelöste, aber neu gestellte Fragen mit den bereits archivierten Antworten. Je besser wiederum die automatisierte Antwortsuche funktioniert, desto mehr Nutzer werden sich für das Produkt registrieren, um es voll nutzen zu können, und wiederum auch als Antwortgeber auftreten.

Nahezu zeitgleich mit Lycos iQ kam Yahoo! Ende 2005 mit einem ähnlich gearteten Dienst unter dem Namen Yahoo! Answers auf den Markt – hat da der eine vom anderen abgeschaut? Worin unterscheidet sich Lycos iQ von Yahoo! Answers?

Die Produkte wirken nur oberflächlich ähnlich, da sie sich mit einem ähnlichen Thema beschäftigen. Wer genauer hinschaut, erkennt sofort die Unterschiede: Lycos iQ ist im Vergleich zu Yahoo! Answers ein mehrdimensional gestaltetes Produkt. Die Nutzer können bei Lycos iQ sowie bei Yahoo! Answers Fragen stellen, auf die andere Antworten geben, dies ist die einzige Gemeinsamkeit. Allerdings sind bei Yahoo! Answers nur englischsprachige Fragen erlaubt, was für einen Grossteil der deutschen Nutzer eine Hürde darstellen dürfte. Bei Lycos iQ werden zusätzlich Suchfunktionen über den gesamten Fragenbestand angeboten. Außerdem verfügt Lycos iQ über ein Expertennetzwerk, welches den interaktiven Austausch und die gegenseitige Bewertung der Nutzer ermöglicht und fördert sowie über ein dynamisches und sich automatisch erweiterndes Kategoriensystem, welches die Bezüge von unterschiedlichen Fragen, Antworten, Links und Experten herstellt.

Worin unterscheidet sich Lycos iQ zum vor 2 Jahren gestarteten Google Answers?

Bei Google Answers geben Experten Antworten gegen Bezahlung. Die Fragesteller bieten dort Geld für die Beantwortung von Fragen – in Höhe von zwei bis 200 Dollar. Google erhält eine Provision aus den gezahlten Honoraren. Der kommerzielle Charakter ist natürlich eine große Hürde bei der Marktakzeptanz. Bis auf eine Suchfunktion über bereits vorhandene Antworten fehlen Google Answers die gleichen Faktoren, die zu Yahoo! Answers genannt wurden. Lycos iQ geht deutlich weiter als Yahoo! Answers und Google Answers und ist daher kaum vergleichbar.

Was kann Lycos iQ besser, warum wird Lycos iQ funktionieren?

Lycos iQ folgt konsequent dem „Web 2.0“-Konzept. Es versteht sich als eine „soziale Software“, die von den Menschen, die es nutzen, mitgestaltet wird. Lycos iQ ist kostenlos, und es wird offene Schnittstellen zu anderen Tools und Plattformen bieten. Lycos iQ monopolisiert nicht, sondern integriert, dies wird zu einer großen Akzeptanz und Stärke auf dem Markt beitragen. Und Lycos iQ setzt als eines der ersten Produkte auf dem europäischen Markt das mächtige Prinzip des „Tagging“ konsequent ein. Dadurch werden die starren Kategoriensysteme ersetzt, die bei Yahoo! und Google noch eingesetzt werden, um Themen sinnvoll zu ordnen. Dass heißt: Bei Lycos iQ verschlagworten alle Nutzer ihre Inhalte mit den für sie relevanten Begriffen. Das System lernt daraus und stellt Bezüge her zwischen unterschiedlichen Wissensobjekten. Lycos iQ stellt als soziales Tool aber vor allem auch Verbindungen zwischen Menschen her. Es verweist die Nutzer nicht wie klassische Suchmaschinen auf lange Listen mit tausenden von Weblinks, sondern stellt gezielt Verbindungen zu anderen Menschen her, die Experten für das fragliche Thema sind. Vertrauen und Interaktion sind hier wesentliche Triebkräfte. Dies macht Lycos iQ zu einer attraktiven und willkommenen Alternative zu den Ergebnislisten der algorithmischen Suche, die zudem auch häufig mit Spam überflutet werden.

Was bedeutet das für die Nutzer von Lycos iQ?

Ein Nutzer muss den konzeptionellen Überbau über Web 2.0 und soziale Software nicht kennen. Er kann Lycos iQ ganz einfach und intuitiv seinen Bedürfnissen entsprechend nutzen. Zum Beispiel, um eine Frage stellen. Das System erkennt anhand der zugeordneten Themen, ob es schon Antworten, Links oder Experten gibt, die hier weiterhelfen könnten. Es schlägt den Experten dann ganz gezielt die Frage vor, und eine Antwort kann schon nach wenigen Minuten den Fragesteller erreichen. Der Fragesteller bewertet die Antworten, und auch andere Nutzer können Fragen bewerten. Aus all dem lernt das System und kann anderen Nutzern dadurch umso besser helfen.

Welchen Stellenwert hat die Suche bei Lycos Europe, nachdem Sie sich ja verstärkt als Portalanbieter und Anbieter von Web-Tools positioniert sehen?

Nach wie vor gehört Lycos zu den bekanntesten Suchmarken in Deutschland und Europa. Die Suche ist eines der zentralen Geschäftsfelder von Lycos, eine Kernaktivität, und zugleich ein lukratives wie zukunftsträchtiges Geschäftsfeld. Wir sind überzeugt, mit der Einführung von Lycos iQ den Startschuss zu einer entscheidenden Weiterentwicklung der Suchtechnologie gegeben zu haben. Ergänzend zu den Spidern und Algorithmen der klassischen Websuchen führen wir die „Social Search“ als ein vernetztes, dynamisches System ein, das von vielen Menschen gestaltet und weiterentwickelt wird.

Ende Originalinterview

LYCOS iQ wird von Hubert Burda Media übernommen: Zukunftsspekulationen

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Screenshot: Startseite von Hubert Burda MediaLYCOS Europe ist dabei sich aufzulösen. Dazu gehört auch der Verkauf von LYCOS iQ (http://iq.lycos.de) an die Hubert Burda Media, der heute im LYCOS iQ Blog bekannt gegeben wurde. Ab dem 16. Juni 2009 wird iQ dann unter dem Dach der Hubert Burda Media angesiedelt sein.

Der Medienkonzern Hubert Burda Media ist in Deutschland, Mittel- und Osteuropa, Russland und Asien aktiv und hat rund 7000 Mitarbeiter. Der Hauptsitz ist in Offenburg und im Jahr 2007 erwirtschaftete Burda einen Gesamtumsatz von 2,214 Milliarden Euro (Mediendatenbank des IfM).

Nehmen wir uns aber mal einen Moment Zeit, um über die Zukunft von LYCOS iQ nach der Übernahme durch Burda zu spekulieren. Denn die Pressemitteilung des sechstgrößten deutschen Medienkonzern lässt doch schon einige Vermutungen zu …

Der Lycos iQ-Masterplan für steigende Lycos-Aktienkurse

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Auf die Frage, ob mit IQ Geld verdient wird, antworten Servatius und sein Vorstandschef Christoph Mohn nur mit betretenem Schweigen. Schließlich, wie ein Eingeständnis, die Aussage: Wir machen relativ wenig Werbung auf IQ.

schreibt Ralf Grötker in der aktuellen Technology Review. Unter dem Titel Suche mit Sinn und Verstand werden alternative Suchkonzepte diskutiert. Die semantische Suche wird angesprochen und eben auch Lycos iQ. Und obwohl immer von Lycos IQ die Rede ist, gibt es durchaus interessante Hintergrundinformationen zu Lycos iQ und einen kleinen Hinweis auf ein neues Geschichtsprojekt von Lycos.

Spam aus dem Hause Lycos

Ich habe ja in letzter Zeit einige Beiträge über Lycos iQ geschrieben, wovon ich immer noch begeistert bin. Einige der anderen Lycos-Produkte, nämlich die Jubiiblogs (ehemals www.jubiiblog.de), glänzen allerdings nicht so leuchtend.

Dort haben sich nämlich ungestört einige Spammer eingenistet, wie der popkulturjunkie richtigerweise bemerkt. Manchmal habe ich ja das Gefühl, dass sich Lycos nicht mehr richtig um seine Produkte kümmert, wenn sie erstmal gelauncht wurden.

Pro & Contra eines Projekt(start)es

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Thomas Servatius bei der Präsentation von Lycos iQ Pro & Contra - Foto von Oliver Wagner

Gegen zwei Uhr tauchte in meinem Feedreader ein neuer Beitrag des Agenturblogs auf. Lycos iQ Pro und Contra online lautete die Überschrift eins mit schönen Fotos versehen Beitrags über die heutige Vorstellung des neuen Services vor prominentem Publikum in Berlin. Ins Blog von Lycos iQ schaffte es diese Nachricht erst gegen kurz vor Fünf und dazu auch noch etwas überraschend.

Am 07. Mai lautete die nebulöse Ankündigung noch am 12.05.: mehr dazu für die Besucher des Nutzertreffens, am 15.05. dann live für alle.

Also für die Mitglieder am 12., den Rest der Welt am 15. und für diese Prominenten wurden schon heute die Vorhänge gelüftet. Ist ja eigentlich auch nicht nötig, denen, die die Webseite überhaupt interessant machen, im Vorhinein Informationen zu geben. Oder ihnen, wie angekündigt, die Neuerungen vor dem Rest zu zeigen. Hält man nicht vielleicht mit solchen simplen Goodies die Mitglieder bei der Stange?! Dann könnte nämlich Lycos das neue Portal noch diesen verkaufen: He, wir haben auf Euch gehört und für Euch dieses neue Portal aus dem Boden gestampft … Mit diesem Projektstart wird deutlich: He, Aktionäre, wir haben unsere Mitglieder genau beobachtet und um die Qualität der Social Search zu behalten, haben wir ein neues Forum aus dem Boden gestampft. Da können sie sich austoben und wir können es als neue Diskussionskultur verkaufen ….

Sicherlich ist es nicht wirklich überraschend, dass Lycos nicht die Verbesserung der Welt sondern die Steigerung des Aktienkurses anstrebt. Dennoch stellt sich schon die Frage, ob dieser Projektstart nicht doch als etwas verunglückt zu bezeichnen ist.

 
Die Seitenaufteilung bei Pro & Contra

Screenshot: Lycos iQ Pro & Contra Diskussion von Marc Pentermann

Unabhängig vom Projektstart muss natürlich noch das Projekt Lycos iQ Pro & Contra selber betrachtet werden. Auf dem Screenshot einer Diskussion sieht man recht gut, die allgemeine Aufteilung von Pro & Contra. Ganz oben ist die These des Fragestellers bzw. Initiator des Diskussionsthemas. Die Pro- und Contra-Seiten sind jeweils nebeneinander zu sehen und in der Anfangsansicht in chronologischer Folge sortiert.

 
Genauer hingeschaut

Screenshot: Lycos iQ Pro & Contra Diskussion - Autor-Argument - von Marc Pentermann

Der Initiator liefert selber das erste Argument und ordnet sich der Pro- oder Contra-Fraktion zu.

 
 

Screenshot: Lycos iQ Pro & Contra Diskussion - Übersicht - von Marc Pentermann

Auf der rechten Seite befindet sich eine kleine Übersicht über die bisher eingegangenen Argumente, aufgeteilt nach Pro und Contra. Die Zahlen am äußeren Rand geben die gesamte Anzahl der Stimmen (user-rating) für die jeweilige Seite an. Auf dem Balken selber steht die Anzahl der bisher eingegangen Argumente.

 
Lange Antworten?

Übersichtlich ist die Seite wohl. Dass man bei den Antworten, Verzeihung Argumenten, erst auf Mehr klicken muss, um sie vollständig zu lesen, ist etwas nervig. Kommt der Autor nicht innerhalb der ersten 190 Zeichen zur Sache, wird sie wohl niemand vollständig lesen. Ist das ein Feature oder ein Bug? Lange Antworten sind meines Erachtens häufig ein Zeichen für Qualität. Aber oftmals haben lange Ausführungen auch eine kleine Einleitung. Ist diese misslungen, wird das Argument wohl kaum Beachtung finden. Auf der anderen Seite werden am Bildschirm kürzere Texte eher gelesen. Ist also eine Abkehr von normalen, in Schule und Uni erlernten Schreibgewohnheiten für das Internet und speziell Pro & Contra nötig?

 
Wer braucht eigentlich Pro & Contra?

Das dürfte wohl die entscheidende Frage sein. Bei Lycos iQ gibt es mittlerweile nicht nur Fragen, die man dem Bereich der Suche, genauer der Social Search zuordnen kann. Sondern auch viele Fragen, die eher an eine Diskussion erinnern oder ein Meinungsbild einholen wollen. Aber auch das Ausfragen von iQ-Mitgliedern über ihr Leben / ihre Lebensgewohnheiten ist sehr beliebt (Beispiel 1, 2, 3, 4, 5). Solche Fragen könnte wohl längerfristig für Werbetreibende interessant sein, wenn sie es schaffen, sie alle automatisch auszuwerten. Aber sind sie im neuen iQ Pro & Contra auch gut aufgehoben?

 
Kernproblem bleibt die Integration

Größtes Problem dürfte wohl die Integration im klassischen iQ sein. Denn wer wird denn wechseln, wenn sich das High-Life im alten iQ abspielt? Und wer wird wohl längerfristig beim klassischen iQ bleiben, wenn die berühmte Guten-Morgen-Frage zur Diskussion bei Pro & Contra lädt? Das reine Zur-Verfügung-stellen einer zweiten Plattform für Diskussionen hat schon einmal nicht geklappt, als für Lycos iQ ein eigenes Unterforum eingerichtet wurde. Die mangelnde Integration war und ist m.E. noch immer der Hauptgrund für die Nichtakzeptanz des Forums. Selbst der Blog fristet ein Schattendasein im Vergleich zu den vieldiskutierten Fragen. Oft muss erst mit einer Frage auf aktuelle Verlautbarungen im Blog hingewiesen werden.

Das neue Jubii (http://www.jubii.de) von Lycos macht es deutlich: Der Otto-Normal-User will anscheinend nicht bei zehn verschiedenen Diensten angemeldet sein. Die nahtlose Integration unterschiedlicher Dienste steht im Vordergrund.

 
Bildnachweis

Foto: Thomas von owagner (agenturblog)
1. Screenshot: Screenshot: Lycos iQ Pro & Contra Diskussion
2. Screenshot: Screenshot: Lycos iQ Pro & Contra Diskussion – Autor Argument
3. Screenshot: Screenshot: Lycos iQ Pro & Contra Diskussion – Übersicht (alle Screenshots von mir)