Zehn Nächte für eine Lebensperspektive

Jugendliche ohne Hoffnung, unbändigen Wut, meist aus muslimischen Einwandererfamilien aus Nord- und Schwarzafrika, keine Chance in Frankreichs Gesellschaft aufgenommen zu werden, 1295 Autos in Brand gesteckt in der letzten Nacht, außerdem ein Kindergarten, eine Mc-Donalds-Filiale, ein Einkaufszentrum, zwei Schulen, ein Postgebäude, Sachschaden bis Sonntag sieben Millionen Euro, 349 Leute festgenommen, Hubschrauber mit Videokameras, vielerorts abends der Busverkehr eingestellt, Ghettos, in denen Arme, Arbeitslose und Ausgeschlossene ein trübes Dasein fristen, der nationale Sicherheitsrat einberufen, Schweigemarsch gegen die Gewalt von 500 Einwohnern in Aulnay-sous-Bois (Pariser Vorstadt), Innenminister nennt Jugendliche aus Trabantenstädten “Gesindel”

Hetze, Hetze, nichts als Hetze

Biologen verwenden für „Organismen, die zeitweise oder dauerhaft zur Befriedigung ihrer Nahrungsbedingungen auf Kosten anderer Lebewesen – ihren Wirten – leben“, übereinstimmend die Bezeichnung „Parasiten“. Natürlich ist es völlig unstatthaft, Begriffe aus dem Tierreich auf Menschen zu übertragen.

Was hat diese Aussage in der Broschüre des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit zu suchen? Nichts. Dieser Nazi-Jargon zieht deshalb schon einige Strafanzeigen nach sich. Einen guten Kommentar liefert Der Haken (gefunden bei Der Schockwellenreiter).

Nur der Vollständigkeit halber: An den Behauptungen ist nichts dran.

  • Erwerbslosen Forum verlangt von Bundesagentur eindeutige Beweise (Linkszeitung, 19.10.2005)
  • Hartz IV mangelhaft – Statt Förderung nur Forderungen (Linkszeitung, 18.10.2005)
  • «Ich kann und will mich nicht weiter beleidigen lassen» (Linkszeitung, 20.10.2005)