Keinen Trend verpassen: Das wird 2010 im Internet passieren

Es ist Dezember und so wird es Zeit. Entweder für einen Jahresrückblick oder für einen Ausblick in die Zukunft. Mehr oder weniger spontan habe ich mich für einen kleinen Ausblick auf die Netzthemen 2010 entschieden.

Internettrends 2010 (by wordle.net)

Internettrends 2010 (by wordle.net)


Bild: Wordle aus diesem Artikel

  1. Social Networks: Facebook tritt seinen Siegeszug auch in Deutschland an

    Facebook bietet einfach mehr als die deutschen Kopien wie StudiVZ Konkurrenten wie StudiVZ, Stayfriends, Wer kennt wen etc. Mehr Apps, mehr Farmville und mehr internationales Flair begründen den steigenden Erfolg des Social Networks.

  2. Bing bleibt bedeutungslos

    Mehr als 10% am deutschen Suchmarkt sitzen für Bing nicht drin. Daran wird die Zusammenarbeit mit Yahoo! nichts ändern. Der Marketing-Etat wird bald aufgebraucht sein und selbst schicke Hintergrundbilder helfen der Entscheidungsmaschine nicht zu mehr Erfolg.

  3. Google bleibt innovativ, aber konsolidiert zuerst

    Google hat 2009 viele innovative Produkte vorgestellt: Android, Chrome, Chrome OS, die Echtzeitsuche, zahlreiche Neuerungen in der Bildersuche (z.B. Gesichtserkennung), Google Gogglers, Streetview, Google Wave u.v.m. Die Produkte und insbesondere Wave müssen nun reifen und natürlich auch lokalisiert werden. Was im englischsprachigen Markt schon bekannt ist, wird erst auf deutsch in Deutschland erfolgreich.

  4. Twitter wird sterben. Und als RSS-Aggregator weiterleben.

    Der Hype um Twitter geht zu Ende. Zwischen unzähligen Spammern finden sich bald nur noch Werbeagenturen und Eilmeldungen von sterbenden Print-Verlagen. Facebook, Google Wave, posterous.com werden Twitters Stelle treten. Und diejenigen, die wirklich kommunizieren wollen, verbleiben in stiller Hoffnung und tweeten mit identi.ca-Nutzern. Und gegen Ende des Jahres 2010 werde ich sicher auch schaffen zu wechseln.

  5. Google Wave vs. Facebook

    Wave ist der Angriff Googles auf Facebook. 2010 wird der Kampf der beiden Giganten beginnen, in denen es darum gehen wird, wer die Kommunikation der Nutzer kennt. Flankiert wird der Kampf von URL-Shortnern (goo.gl, youtu.be, fb.me) und sicherlich einigen weiteren Nettigkeiten. Spannend ist die Tatsache, dass Facebook die Nutzer direkt auf ihren Seiten hat. Das kann man von Google nicht behaupten. Der Suchgigant hat nur ein großmaschiges Netz ausgelegt. Es ist zwar (fast) allumfassend, erlaubt aber leicht den Klick zu einem Konkurrenten. Facebooks Netz ist engmaschiger solange man nicht mit einem Klick auch seine Friends&Follower mitnehmen kann.

  6. Die Wikipedia Löschdiskussion wird noch einmal kurz aufkochen …

    Und da niemand der Wikipedia das Wasser reichen kann, wird sie weiter vor sich hindümpeln und Irrelevantes löschen. Und selbst der CCC wird auf dem 26C3 keine Lösung geschweige denn Alternative vorstellen können.

  7. Und es wird kommen … der iPhone-Killer

    Das Palm Pre war insgeheim als ein solcher angetreten. Aber die inakzeptable Akku-Laufzeit und ein zu kleines Angebot an Zusatzsoftware (Apps) machen das Pre zum Außenseiter. Smartphones auf Android-Basis werden hier aufholen können, weil es einen vergleichbaren Appstore und vor allem die kostenfreie Navigationssoftware Google Maps Navigation gibt.

  8. Amazon und Apple bauen ihre Vormachtstellung weiter aus

    Und geraten dabei arg aneinander. E-Books und MP3s werden die umkämpften digitalen Güter des Jahres 2010 sein. Die Allüren der sterbenden Printverlage mögen vielleicht die Leitartikel füllen, aber die Taschen der Aktionären werden durch den Kauf bei Amazon und Apples iStore gefüllt.

  9. Werbung wird spannender …

    Oder sollte ich sagen hintergründiger? Banner- und Textwerbung wird zwar weiterbestehen, aber wir sollten uns im Jahr 2010 daran gewöhnen, dass Videos auf Youtube & Co. vielleicht doch eine kleine Werbebotschaft enthalten. Bei COSMiQ nennt es sich dann redaktionelle Partnerschaft.

  10. Und Ihr? Was ist Euer Trend für 2010?

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17 Kommentare

  1. Meine kleine Prognose was die Webentwicklung 2010 betrifft:

    Es wird das Jahr des Performance-Tunings bei Websites und Web-Apps. Das zeichnet sich schon seit einiger Zeit ab und auch Google mischt das mit dieversen Tools (und DNS-Servern) mit.

    Viele werden wie KFZ-Mechaniker genauer unter die Motorhaube gucken und versuchen, jeden Fitzel an Leistung rauszuholen. In Folge dessen werden wir auch viel (und genaueres) über Browser/Server und ihre Arbeitsweisen lernen.

  2. luis

    mMeiner Meinung nach wird Wave ein ziemlicher Reinfall für Google. Natürlich innovativ und so weiter, aber im Grunde gibt es Instant Messaging schon und zu mehrt an einem Dokument zu arbeiten ist mehr als unübersichtlich. Die Bedienung ist zwar einfach aber viele Nutzer werden trotzdem überfordert sein.

    Ich denke auch Twitter wird noch eine Weile aktuell bleiben, aber niemand wird schreiben, was er gerade macht, sondern es wird einfach nur als Linkverteiler benutzt.

    Bing würde ich mehr Erfolg wünschen, aber ich befürchte auch, dass es untergehen (leider) wird.

    alles im allen stimmt ich aber mit deiner Vorhersage überein.

  3. @luis

    dank google wave ist es eben nicht mehr unübersichtlich gemeinsam an einem dokument zu arbeiten. hast du schon mal mit 10 Mann E-Mails zu einem Thema geschrieben? Dann wirst du wissen, dass Google Wave sehr gut dazu geeignet ist. Also normal IM Programm wird es sicher nicht Fuß fassen können aber für gemeinsames arbeiten ist es sehr nützlich.

    Bei Twitter muss man schauen. Es ist schon ganz nett und sinnvoll. Doch man verliert auch schnell den Überblick wenn man nicht mehrmals täglich die Tweets seiner Follower checkt.

    Facebook mag ich eigentlich nicht so aber ich erwische mich immer öfters wie ich es doch nutze. Es ist auch jedenfall sinnvoller als meinVZ und wie sie alle heißen.

    Bing war schon tot bevor sie loslegten. Wenn ich bunte Bilder sehen will geh ich auf entsprechende Seiten aber bei einer Suchmaschine brauch ich das nicht.

    Theme iPhone Killer
    Es gibt sie schon Heute wenn man rein nach Hardware geht. Aber das große Plus ist und bleibt einfach der AppStore. Hier findet man viel tolles und brauchares. Die Firmen und Entwickler entwickeln halt meist erst fürs iPhone und das wird sich auch heute und morgen nicht ändern. Ich denke aber das Android noch stark kommen wird. Wenn es hier und da noch bisschen schöner wird und die Auswahl größer dann geht hier noch einiges. Die angekündigten HTC Geräte klingen schon mal sehr gut.

  4. @David: Vom Handling her ist das Palm Pre schon ein würdiger Konkurrent. Das Pre fühlt sich richtig super an, auch wenn es noch einige kleine Macken hat.
    Aber , da gebe ich dir absolut recht, ohne einen ähnlich umfassenden Appstore hat es keine Chance gleichwertig zum iPhone aufzuschließen. Das Potential haben nur die Android-Handys. Mal schauen, wann da etwas ähnlich hübsches rauskommt …

  5. @luis: Zuerst hielt ich auch nicht viel von Wave. Aber stell es dir schneller, schneller und nochmal schneller und stabil vor. Es gibt natürlich schon hier und dort ähnliche Lösungen, aber es gibt es nicht alles zusammen auf einer Plattform. Und da wird Google mit Rechenpower, Manpower und Reichweite punkten können.
    Und mit GMail und Google Docs haben sie Erfahrung mit webbasierten Interfaces, die richtig gut sind …

  6. @alp: Das ist ein sehr guter Punkt. Google hat ja schon mit den Gerüchten um Geschwindigkeit als Rankingfaktor und der Einführung der Geschwindigkeitsanzeige in den Webmastertools richtig vorgelegt.
    Und Yahoo übrigens auch, YSlow hat ja wöchentlich schon über 10.000 Downloads … Mit YQL, Pipes etc. bieten sie ja eine gute und performante Plattform …

  7. DocGoy

    Moin!
    Den Punkt 4 mit Twitter sehe ich ganz anders. Im Bereich Microblogging ist Twitter der Marktführer und mit den zig Tausend “Apps” = Zusatzprogrammen und der einfachen mobilen Nutzung wird es seinen Platz im Web 2.0 behaupten, wenn nicht sogar ausbauen. Twitter fügt sich super in ein Gesamtkonzept ein aus Blog, facebook-Profil (oder Xing oder was auch immer) und Echtzeit-Kurznachrichten. Die gegenseitigen Verknüpfungen machen gerade Twitter zu einer Informationsdrehscheibe und Kernelement im Internet (-Marketing).
    Frohe Weihnachten und warten wir auf die Ergebnisse Ende 2010…

    —-
    Edit: Homepagelink entfernt. Bitte die Kommentarregeln beachten!

  8. Twitter ist der Marktführer, aber es wird niemanden mehr interessieren. U.a. weil die Zeichenbeschränkung sinnlos ist … Auch SMS werden mittelfristig verschwinden, wenn Handys bald always-on sein werden …

  9. Pingback: Atmen Sie tief durch ® » Blog Archiv » Mein Testbericht Android

  10. vinzenz06.01

    Redaktionelle Partnerschaft…

    …ist ja eine schöne neue Wortschöfpfung!
    Doch was brint diese Partnerschaft?
    Dem User nur ungewollte, meist uninteressante
    Werbung und den Partner Umsatz.

    Eine ziemlich einseitige Geschichte!
    Bin ich als User einer Site nicht auch irgendwo
    ein Partner?

    Mit Gruß;

    Jürgen

  11. An der Qualität, sprich ob die Werbung nun uninteressant ist oder nicht, lässt sich ja leicht drehen. Für viel wesentlicher halte ich, dass für viele Nutzer diese Art von Werbung nicht direkt als solche zu erkennen ist.
    Der euphemistische Name einer “redaktionellen Partnerschaft” tut ein Übriges zur Verschleierung. Wobei konsequenterweise dann natürlich auch die Redakteure von Guter Rat entsprechend gekennzeichnet werden sollten.

    Ich bin gespannt, wann und wo weitere dieser “Partnerschaften” auftauchen. Denn ich halte es wirklich für einen relevanten Trend.

    Gruß Marc

  12. Klaus

    @Marc: Wozu brauche ich eigentlich einen App-Store mit 100.000 iPhone-Apps, wenn nur ein klitzekleiner Teil davon ueberhaupt brauchbar ist?

    Ich denke auf laengere Sicht hat das Apple-Modell mit dem App-Store so wie er jetzt laeuft keine Zukunft.

  13. @Klaus:
    Ein Bewertungssystem, seien es Sternchen oder Rezensionen in Blogs etc., ist natürlich nötig. Aber diese Unfreiheit bietet auch ein gewisses Maß an Sicherheit, was nicht zu unterschätzen ist.
    Was spricht denn gegen einen längerfristigen Erfolg?

  14. Frank

    Hallo,
    danke für eure lesenswerten und informativen Beiträge.Haben mir sehr geholfen.
    Grüße aus München

  15. Wohlan

    Google sollte schon jetzt ,und langfristig auf Quallitaet setzen ; Google ,ist praedestiniert und wird in Zukunft auch in Forschungsaufgaben auf einer Ebene, die hoch gar nicht bewusst erschlossen, wesentlich mitwirken ! Diesen Eindruck ,nicht nur als ein Google -Fan, ausgesagt!PS ,auch Yahoo, macht eine gute “Figur”

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