Spymaster – Ein kleines Game macht Geld mit Twitter?!

Spymaster, http://playspymaster.com

Spymaster, http://playspymaster.com

Spymaster ist ein Social Game für Twitter und neuerdings auch für Facebook. Der Spieler wird ein Spion, der Attentate auf andere Spymaster verüben kann, sich auf dem Schwarzmarkt Waffen dafür kaufen kann und unterschiedliche, levelabhängige Aufgaben (Tasks) lösen kann.

Das Spiel ist unkompliziert und übersichtlich. Es erfordert keine Registrierung, man kann sich über Twitter (und zukünftig wohl auch über Facebook) anmelden. Und übernimmt damit den dortigen Namen und – viel wichtiger – auch seine Follower bzw. Freunde.

Expand and dominate (Spymaster)

Expand and dominate (Spymaster)

Nutzer bekommen – um jeden Preis

Spymaster hängt sich an Twitter (und Facebook) an und macht es sich so leichter, neue Nutzer zu bekommen. Mit einem solchen Social Game dürfte es deutlich leichter sein, überhaupt mögliche Nutzer auf das Spiel aufmerksam zu machen.
Und zur Verbreitung des Spiels werden die Spieler sehr direkt aufgefordert, wie der obige Screenshot zeigt. Und auch die FAQs sind eindeutig:

What is the best tactic to win?
Only one tactic universally increases your power as a spymaster: invite as many of your friends as you can to become spymasters in your spy ring.

Twitterstream von @ClNDl mit unzähligen notifications

Twitterstream von @ClNDl mit unzähligen notifications

Und ja, selbst in den FAQ ist der Satz fett und kursiv ausgezeichnet.

Spymaster notifications

Zur Verbreitung helfen auch die notifications. Diese werden über die Twitter-API im eigenen Twitterstream veröffentlicht und bringen den Spielern einen prozentualen Zuschlag auf ihr Einkommen bei Spymaster. Aber die wenigsten dürften einen solchen Twitterstream haben wollen …

Und woher kommt das Geld?

Use points

Use points

Erst vor wenigen Tagen wurden die Spymaster Points integriert. Für diese points kann man Fähigkeiten bzw. (vergängliche) Features kaufen, um im Spiel besser dazustehen.
Ein paar Punkte bekommen die Spymasterspieler beim Aufstieg in ein neues Level.

Aber selbstverständlich nur 25 points, der niedrigste Bonus kostet 5o points. So muss man nun auf den nächsten Levelanstieg warten. Und hoffen, dass seine Gegner ebenfalls keine points zur Verfügung haben und sich damit massiv aufrüsten.

points kaufen

Spymaster: Points kaufen

Spymaster: Points kaufen

Mastercard, Paypal, Visa … 1000 Spymaster Points kosten 10$ im Shop

Dass man nun die vorgestellten Points auch auf verschiedensten Wegen kaufen kann, verwundert nicht sehr. Hier rollt der Rubel sehr direkt und leicht erkennbar.
Die Teilnahme an Umfragen oder Gewinnspielen, das Neuregistrieren bei anderen Spielen, in Foren und selbst Klingeltonseiten bringt auch Points. Direkte Werbepartnerschaften oder simple Affiliatelinks sei mal dahin gestellt. Entscheidend ist hier, dass der Spymaster Spieler kein Geld bezahlt.

Entweder er bezahlt mit der Preisgabe seiner persönlichen Daten durch eine entsprechende Registrierung oder er bekommt einen weiteren Mehrwert durch den Werbepartner.
Wie zum Beispiel ein nettes Klingeltonabo von Jamba durch die Auswahl von Neue Klingeltöne für Ihr Handy von Jamster! für 515 points. Nach einem Klick darf man seine Handynummer eingeben und bestätigt das Kleingedruckte:

Ja, ich will sparen und erhalte 2 Töne und 3 Funvideos + 10 Jamba SMS für nur €4,99/Woche im TopTon-Paket/Sparabo […]
URL: http://75.126.76.75/super/frame?h=exmfoyolpzgmjxnfhpqxkkomzomnsydgripyzx.7382021439&sl=19

Hier dient Spymaster also nur als ein Vermittler zwischen einem Anbieter und einem Konsumenten. Und generiert durch dieses Vermitteln Geld. Und belohnt auch den Konsumenten mit den Spymaster Points und reizt durch diese auch überhaupt an.
Schafft es Spymaster ein interessantes Angebot zu generieren, dürften alle drei Beteiligten (Spymaster, der Spieler/Konsument, der Werbetreibende) zufrieden sein. Wobei ich mir das persönlich bei Klingeltönen eher weniger vorstellen kann.

Virtual Goods

Premium-Accounts, werbefinanzierte Seiten etc. kennt wohl jeder. Seiten, die ein virtuelles Gut verkaufen, kann man gut mit dem Geschäftsmodell des Virtual Goods Model beschreiben. Bspw. verkauft Facebook kleine Gimmicks / Geschenke, die man anderen senden kann.
Diese Virtual Goods existieren nur in der jeweiligen Onlinewelt; die Produktskosten für die Betreiber sind also relativ gering. Natürlich sind die Preise dementsprechend klein und auch die Verbreitung bzw. Akzeptanz ist oftmals recht schwierig.

In dem spannenden Artikel 5 Business Models for Social Media Startups von Mashable werden Zahlen genannt:

10 – 20% buy it using credit cards, another 30 – 40% get it for free by doing surveys and offers through Peanut Labs Media and companies like us.

Ob allerdings alle Unternehmen an solche Prozentsätze herankommt, wage ich zu bezweifeln. Vorteilhaft ist natürlich im Fall Spymaster, dass große Ausgaben für Werbung für die eigene Seite wegfallen dürften, da sich das Spiel an Twitter anhängt.
Und dort über eine Beta-Phase, die einen exklusiven Eindruck machte, sich schnell im englischsprachige Twitter verbreitete, fand Spymaster einen ersten Interessenkreis. Bequem oder?!

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Marc Pentermann bloggt seit über zehn Jahren, hauptsächlich über technische, netzpolitische und sozialpolitische Themen mit dem Schwerpunkt Arbeit & Arbeitsmarkt. Immer sonntags gibt es einen Sammelbeitrag von lesenswerten Artikeln. Er arbeitet als Berufs- und Sozialpädagoge in der beruflichen Rehabilitation. Seit 2010 lebt er in Österreich (mehr).

1 Kommentar

  1. reifrund

    In der heutigen Zeit versuchen viele, ihr eigenes Spiel zu entwickeln. Dadurch kommen natürlich auch immer neue Ideen auf. Mal sehen, was uns noch alles erwartet … ;-)

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