Vorraussetzungen für vertrauenswürdige Soziale Such(ergebniss)e?!

Nachdem ich bei meinem letzten Eintrag schon angedeutet habe, was ich beim zukünftigen Internet für wichtig halte, will ich nun etwas ausführlicher darauf eingehen.

Unter dem Titel Identity 2.0 ist das Thema eigentlich schon bekannt (Wenn Ihr Euch den Vortrag anschaut, dann guckt ihn zweimal. Einmal für den Vortragsstil und ein zweites Mal, um den Inhalt mitzubekommen ;-).

Es ist m.E. entscheidende Punkt, den Dick Hardt anspricht, dass momentane Identität im Internet immer nur auf eine Seite bezogen ist.

Wenn jemand diese Seite sieht, die unter marc-pentermann.de erreichbar ist, auf der ich mich im Impressum als Marc Pentermann ausgebe, dann ist diese Information schwer zu überprüfen. Ein Blick bei der denic hilft, da dort angegeben ist, dass diese Seite auch wirklich auf einen Marc Pentermann registriert ist.
Doch welche Garantie besteht, dass ich bspw. bei Lycos iQ auch dieser Marc Pentermann bin? Es gibt sicherlich einige Querverbindungen, aber wie zuverlässig sind diese?

Nicht einverstanden? Okay, dann nehme ich ein anderes Beispiel: Wie weist jemand bspw. bei Lycos iQ nach, dass er wirklich ein Chemieprofessor ist? MatthiasG.Vogt hat dieses Beispiel im Blog von Lycos iQ eingebracht. Jemand hat sich unter dem Namen oreiser bei Lycos iQ registriert. Mit einem Bild und einem Verweis auf seine Internetseite Chemie im Alltag. Über seine E-Mailadresse im Impressum -vielleicht gibt es auch noch andere Hinweise, aber ich nicht weiter gesucht- sieht man, dass es offenbar einen Oliver Reiser bei der Uni Regensburg gibt. Nach kurzem Suchen findet man dort die Seite eines Oliver Reiser, der nach Angaben der Universitätsseite dort eine Professur inne hat. Wieder mit demgleichen Bild.

Gibt es jetzt handfeste Beweise, dass der oreiser von Lycos iQ nun auch der Oliver Reiser der Uni Regensburg ist? Das Bild kann ein Anhaltspunkt, aber ist es mehr? Das Bild von Seite der Universität Regensburg zu kopieren und bei Lycos iQ einzufügen, ist nicht sonderlich schwer. Einzig die E-Mailadresse mit der Endung uni-regensburg.de kann ein Anhaltspunkt sein. Aber erhalten Studenten vielleicht ähnliche E-Mailadressen? Und welche E-Mailadresse ist wohl bei Lycos iQ angegeben? Öffentlich ist sie nicht, was verständlich ist. Und selbst wenn, wäre es eine Adresse mit web.de am Ende, wäre dies noch kein Gegenbeweis.

Ist eine öffentliche E-Mailadresse also die einzig verifizierbare Möglichkeit zur Überprüfung der Identität?! Und wer ist bei den Unmengen von SPAM noch bereit, seine E-Mailadresse öffentlich anzugeben? Und selbst wenn, eine E-Mailadresse kann wohl in den wenigsten Fällen Auskunft über vorhandene Fertigkeiten geben.

Und das normale Volk, das nicht einer vertrauenswürdigen Einrichtung wie einer Universität angehört? Es kann nicht einmal die selbst schon unzuverlässige E-Mailadresse als “digitalen Ausweis” benutzen.

Als entscheidende Frage bleibt: Wie weise ich mich im Internet aus? Wie kann ich meine Fähigkeiten und Kenntnisse belegen. Vielleicht sind diese Fragen momentan noch nicht außergewöhnlich wichtig, aber mit der zunehmenden Entwicklung des Web 2.0 muss eine Lösung gefunden werden …

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Marc Pentermann bloggt seit über zehn Jahren, hauptsächlich über technische, netzpolitische und sozialpolitische Themen mit dem Schwerpunkt Arbeit & Arbeitsmarkt. Immer sonntags gibt es einen Sammelbeitrag von lesenswerten Artikeln. Er arbeitet als Berufs- und Sozialpädagoge in der beruflichen Rehabilitation. Seit 2010 lebt er in Österreich (mehr).