Jedes Smartphone (iPhone, Android, Blackberry) kann von der NSA ausspioniert werden

Vor ein paar Tagen twitterte ich, dass ich nur auf die Meldung über den Vollzugriff der NSA auf Smartphones warte. Insbesondere beim iPhone hatte ich dies erwartet. Schließlich ist Apple eine US-Firma mit einem sehr hohen Marktanteil. Logisch, wenn der Geheimdienst auf dieses Smartphone einen genaueren Blick werfen wird:

Samstagabend war es dann soweit. Einen Tag nach meinem Tweet brachte der Spiegel die Meldung. Interessanterweise bezieht sich der Spiegel nicht explizit auf den Whistleblower Snowden, sondern spricht nur von internen Dokumenten, die sie einsehen konnten. Und es ist natürlich nicht nur das Apple iPhone, sondern es sind auch Android-Smartphones und Blackberry-Telefone. Die übrigens vor wenigen Monaten noch eine große Sicherheitsfreigabe des us-amerikanischen Verteidigungsministeriums bekommen haben.

iPhone 4S

iPhone 4S


SSL auch angreifbar

Vor wenigen Tagen wurde auch bekannt, dass SSL angreifbar ist. Also die verschlüsselten Verbindungen, die man -hoffentlich- beim Online-Banking benutzt. Und bei Emails. Und wenn man sich mit einem Passwort irgendwo einloggt. Alles unsicher, also für NSA und GCHQ (britischer Spionagedienst) auch zum Mitlesen. Wahrscheinlich beruht diese Möglichkeit aber auf der “Kooperation” mit einer oder mehreren Firmen (Zertifizierungsstellen). Genauer erklärt Prof. Andreas Heß die Hintergründe.

Fotos in Wien von der NSA

Nun ist die NSA nicht nur im Internet unterwegs. Manchmal braucht sie auch im Ausland eine Basis. In Wien scheint es diese zu geben. Oder auch nicht, schließlich wird der Außenposten dementiert.
Fotografieren darf man die Villa trotzdem nicht. Oder doch, aber man muss sich ausweisen. Obwohl dies nicht dem geltenden österreichischen Recht entspricht. Nachlesen kann man es in diesem Blogpost.

Smartphones, SSL und die NSA

Bislang wissen wir, dass die NSA und auch der britische GCHQ auf vieles Zugriff haben. Auf Emails, auf Internetverbindungen, seien sie verschlüsselt oder nicht, auf Smartphones, auf Positionsdaten von praktisch jedem Smartphone-Nutzer usw. usf. Bevor man, wie ich, den Überblick verliert, sollte man sich grundsätzlich sagen, dass die NSA und weitere Geheimdienste auf alles theoretisch und praktisch zugreifen können.
Ist Verschlüsselung deshalb sinnlos? Lenkt sie nur das Augenmerk auf einen? Neben der technischen Frage, ob und in wie weit welche Verschlüsselung sicher ist, stellen sich grundsätzlich politische Fragen: Möchte man eine Institution haben, die auf alle persönlichen Informationen zugreifen kann? Die praktisch nicht politisch kontrollierbar ist? Möchte man eine Unmenge an Geld in eine solche Institution pumpen, deren Erfolge eher zweifelhaft sind? Und möchte man eine us-amerikanische Organisation, die in allen Ländern der Welt auch Wirtschaftsspionage betreiben kann?

Ähnliche Beiträge

1 Kommentar

  1. Pingback: Erste Eindrücke von Mac OS X Mavericks - Der Webanhalter

Kommentare sind geschlossen.