RSS ist tot, Feedly die Alternative und warum Fever° nett ist

feedly (http://cloud.feedly.com/#welcome)

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Da war ich doch leicht erschrocken. Google kündigte nämlich im März an, den Google Reader zu schließen. Und schaltete diesen am 1. Juli auch wirklich ab. Und bis dahin war RSS eine komfortable Technik. Recht performantes Syncing über mehrere Geräte hinweg und eine übersichtliche Oberfläche. Wohlgemerkt übersichtlich, hübsch war sie nicht. Die letzten googleschen Redesigns machte der Reader nicht wirklich mit. Und über die Einstellung des Readers wurde auch schon früher häufig spekuliert, wurde er doch seit längerer Zeit nicht mehr weiterentwickelt.

RSS ist tot!

Eine staubtrockene Technologie sei RSS. Twitter, Facebook, Tumblr, Pinterest und natürlich Google+ sollten die Nachrichten liefern, verquickt mit Empfehlungen der Freunde und Follower aus den diversen Netzwerken.
Aber es kam anders. Denn nach der Verlautbarung über das Ende des Google Readers schossen mehrere Services aus dem Boden, die die enttäuschten Nutzer aufnehmen wollten. Feedly, Feedbin, Fever°, schließlich auch die Web-Urgesteine AOL und Digg erweiterten ihr Angebot. Oder stampften etwas Neues aus dem Boden. Für eine tote Technologie doch etwas verwunderlich.

Es lebt…! Fever° oder Feedly?

Feedly ist mittlerweile zu einem fast vollständigen Google Reader-Klone mutiert. Kostenlos, Apps für Smartphones, relativ aufgeräumtes Web-Interface und automatische Übernahme der Google Reader Abonnements.
Fever° hingegen wird auf dem eigenen Server (oder Webspace) installiert und kostet einmalig 30$. Und damit die Feeds auch im Hintergrund aktualisiert werden, muss man wissen, was ein Cronjob ist. Das ist zwar kein Hexenwerk, setzt aber doch ein paar Kenntnisse voraus. Problematisch ist war bei Fever nur das Fehlen von vernünftigen mobilen Apps (jedenfalls für Android). Da gab es bislang nur Meltdown und Chills. Beide sind weder hübsch anzusehen noch bequem zu benutzen. Bald soll wohl Press eine Fever-Unterstützung implementiert bekommen, was die mobile Nutzung für mich erst wirklich angenehm macht. Auf dem Mac kommt entweder die Weboberfläche oder die App Readkit zum Einsatz.

Und was spricht nun gegen Feedly?!

Eigentlich nichts. Aber nur eigentlich. So stellt sich mir die Frage, wie sich Feedly finanziert. Momentan gibt es wohl ein Programm für Publisher, aber ob das lukrativ genug ist?! Und ob diese Art von Werbung für mich (und andere Nutzer) nicht vielleicht nervig ist? Schließlich möchte ich in meinem RSS-Reader auch nur meine abonnierten Feeds lesen. Und das befürchte ich dann doch. Vielleicht nicht gleich, aber was ist in einem Jahr?
Und vor allem: Wenn in einem Jahr keine Werbung (featured content) kommen sollte, kann Feedly sich dann weiter finanzieren? Konkurrent Feedbin veranschlagt beispielsweise 3$ pro Monat. Zusätzlich gibt es auch noch die untergründige Befürchtung, dass irgendwelche Nutzerdaten irgendwohin verkauft werden könnten.

Alternativen?

Du suchst immer noch nach einer Alternative zum Google Reader? Es ist zwar etwas spät, aber wenn du dich durch einige Artikel lesen möchtest: 1, 2, 3, 4, 5 und 6. Und natürlich noch unzählige mehr. Oder schau dir wirklich Fever° an. Schließlich ist es gerade auch ein Trend, nach anderen Möglichkeiten als den großen Konzernen zu suchen

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Marc Pentermann bloggt seit über zehn Jahren, hauptsächlich über technische, netzpolitische und sozialpolitische Themen mit dem Schwerpunkt Arbeit & Arbeitsmarkt. Immer sonntags gibt es einen Sammelbeitrag von lesenswerten Artikeln. Er arbeitet als Berufs- und Sozialpädagoge in der beruflichen Rehabilitation. Seit 2010 lebt er in Österreich (mehr).