Google Nexus 4? Meine Abrechnung mit Apple

Ich stelle mir eine Frage. Eine 350 Euro Frage. Nämlich ob ich mir das neue Google Nexus 4 kaufen sollte. Trotz meinem noch bestens funktionierenden iPhone 4S.

Das 4S ist nun über ein Jahr alt und es gibt nicht nur einen Nachfolger, sondern auch zahlreiche Konkurrenten. Vielleicht bin ich zu sehr der Werbung verfallen Geek, aber ein bereits ein Jahr altes Smartphone ist einfach alt. Nicht dass es kaputt wäre oder Probleme machen würde. Es ist einfach nur “von gestern”.

IPhone 5? Nein, danke

Das 5er ist sicherlich ein nettes Gerät. Und die Verkaufszahlen sprechen auch für sich. Doch es hat zwei -für mich entscheidende- Nachteile:

1. Apple zeigt keine Innovationen mehr

Diese pauschale und sicherlich auch etwas dramatisierte Aussage bedarf natürlich der Erläuterung. iPhone 5, iPad 4 und iPad Mini sind schneller, dünner und leichter als viele ihre Konkurrenten. Aber auch nicht wirklich mehr: die LTE-Unterstützung hatte einen unglaublich schlechten Start mit dem iPad 3, der sogar zu gerichtlichen Auseinandersetzungen in Australien führte. Hier wurde gefixt mit den neuen Geräten. Fehler behoben, bestehende Technologien werden verbessert, alles gut und schön. Doch wirkliche Innovationen kann ich weder bei der Hardware noch bei der Software (iOS) sehen.
Und von den großen Neuentwicklungen auf Softwareseite kann man auch nicht nur Positives berichten: iMessage fällt öfter mal aus und wenn man die SIM-Karte gewechselt hat, weiß wohl niemand genau, wo eine Nachricht ankommt.
Auch die iCloud klingt nur auf dem Papier gut. Jedenfalls wenn man auch einmal andere als die Apple eigenen Apps benutzen möchte. Da fallen die Kinderkrankheiten wie API-Unzulänglichkeiten und fehlende Performance häufiger auf.
Und dass iOS 5 und 6 nun endlich Inhalte mit Twitter bzw. Facebook teilen können, ist gut. Aber so etwas ist einfach kein Killerfeature eines neuen Betriebssystems, sondern sollte Standard sein. Weitere Sharing-Funktionen sucht man oftmals vergeblich. Gerade zwischen zwei Apps wäre es doch sehr komfortabel: Seien es Dokumente, Bilder oder andere Inhalte.
Ein großer Fan von Widgets bin ich zwar nicht, aber wenigstens die Tagesereignisse direkt auf dem Homescreen sehen zu können, kann ja nicht so schwierig umzusetzen zu sein.

Und nun zu Apple Maps. Nach der Veröffentlichung musste Apple einen ausufernden Shitstorm über sich ergehen lassen. Der in der öffentlichen Entschuldigung von CEO Tim Cook und dem Rauswurf des verantwortlichen Managers Scott Forstall gipfelten.
Zwar zeigt Apple mit der Entwicklung eines eigenen Kartendienstes gehörig viel Mut und Innovationswillen, doch deutet die fehlerhafte Umsetzung entweder auf eine miserable Qualitätskontrolle oder eine maßlose Selbstüberschätzung hin. Beides ist für die Konsumenten unangenehm bis inakzeptabel.

2. Apple ist zu teuer

Dies zeigt Google gerade direkt auf, indem sie ein Highend-Smartphone für 300,- bzw. 350,- Euro auf den Markt werfen. Davon kann zwar kein Hardwareproduzent leben, das hat Google aber nicht nötig. Würde man noch 100 Euro für weitere Entwicklungskosten und etwas Gewinn drauflegen, könnte man sich davon gerade einmal das zwei Jahre alte iPhone 4 leisten. Da fehlt dann doch etwas die Relation…

Ich jedenfalls werde mich auf die Suche nach einem Google Nexus 4 machen. Nicht weil Apples iPhones schlecht wären. Nur weil sie eben nicht mehr die innovativen Marktführer sind. Und auch wegen des Geldes.

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Marc Pentermann bloggt seit über zehn Jahren, hauptsächlich über technische, netzpolitische und sozialpolitische Themen mit dem Schwerpunkt Arbeit & Arbeitsmarkt. Immer sonntags gibt es einen Sammelbeitrag von lesenswerten Artikeln. Er arbeitet als Berufs- und Sozialpädagoge in der beruflichen Rehabilitation. Seit 2010 lebt er in Österreich (mehr).

1 Kommentar

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