Was ich vom neuen iPhone erwarte

Für den Herbst diesen Jahres erwarten die Experten ein neues Modell des Apple’schen iPhones. Und bereits jetzt gibt es zahlreiche Spekulationen. Basierend auch oftmals auf den Spekulationen für den Herbst 2011. Einen Tag vor dem Tod des legendären Firmengründers Steve Jobs stellte die versammelte Apple-Führungsriege nur einen gleichaussehenden Nachfolger vor: Das iPhone 4S.

Doch womit wird uns Apple im Herbst nun beglücken? Nach unglaublichen Geschäftszahlen darf man ruhig hohe Erwartungen haben. Und für das neue iPhone habe ich einige Erwartungen…

Das iPhone 4S

Das (alte) iPhone 4S

Das neue iPhone wird…

  • Ähnlich wie das im März erschienene neue Modell des iPad erwarte ich, dass das iPhone unter dem Namen das neue herauskommen wird. Apple setzt damit einen Kontrapunkt zu der unglaublichen Namensvielfalt bei der Android-Konkurrenz. Wahrscheinlich auch, da es in einigen Jahren komisch klingt, wenn das iPhone 12 neu herausgebracht werden wird.
  • Es wird nur unwesentlich dünner. Denn die neuen Technologien (weiter unten) brauchen einfach mehr Platz. Und mehr Strom. Und an der Akkugröße lässt sich aktuell nicht viel ändern.
  • Die Akkulaufzeit wird sich nicht wesentlich verändern. Denn hier ist weiterhin entscheidend, dass es keine wirklich neuen Techniken für Akkus gibt. Und Smartphones sollen ja zunehmend kleiner bzw. dünner werden.
  • Das neue iPhone wird zwei neue Funktechnologien bekommen:
    1. Mit einem NFC-Chip stößt Apple zum Stand der Technik bei den Highend-Androiden auf. Drahtloses Bezahlen von kleineren Geldbeiträgen macht das iPhone noch stärker zum unersetzlichen Begleiter. Und deshalb ist NFC ein Muss.
    2. Funktionierendes LTE für alle. Die sogenannte LTE-Unterstützung des neuen iPads war außerhalb der USA und Kanada ein grandioser Misserfolg, der in Australien zu gar großem Unmut führte. Auch hier ist die Einführung ein Muss, wenn Apple nicht den Ruf eines LTE-Verlierers bekommen möchte.
  • Die Kamera wird weiter verbessert. Wahrscheinlich wird sie schneller starten und soll noch bessere Fotos machen. Vornehmlich aber werden die Verbesserungen softwareseitig sein, wie die schon jetzt mögliche Panorama-Funktion. Auch hier muss eine Optimierung stattfinden: Die iPhone-Kamera dürfte zu den am häufigsten genutzten Funktionen gehören.
  • Auch Siri bekommt ein Update. Ich bin zwar von diesem Sprachassistenten nicht wirklich begeistert, aber Apple hat es als ein wesentliches Unterscheidungskriterium positioniert. Ob es nun neue Funktionen (z.B. WolframAlpha auf deutsch o.ä.) oder neue Sprachen sein werden, hängt wohl hauptsächlich von dem investierten Geld ab. Denn da die Auswertung der Eingaben auf den Servern von Apple stattfindet, ist hierbei hardwaremäßig nichts Neues zu erwarten.
  • Das Design und das Display des neuen iPhones wird zu Überraschungen und hitzigen Diskussionen führen. Bereits jetzt wird über ein 4″-Display spekuliert, um zu den Displaygrößen der Androidkonkurrenten aufzuschließen. Überzeugend zeigen einige Blogs, dass man das iPhonedisplay nur länger machen muss, um diese Größe zu erreichen und gleichzeitig den App-Entwicklern nicht allzu große Veränderungen zuzumuten. Das wirkt für mich sehr überzeugend, denn schließlich ist das große und qualitativ hohe App-Angebot eines der wesentlichen Alleinstellungsmerkmale momentan.
    Logischerweise wird sich dadurch auch das äußere Design des iPhones ändern müssen. Ich vermute, Apple wird bei einem ähnlichen Konzept bestehend aus Aluminium und Glas bleiben. Das Gerät wirkt damit weiterhin wertig. Und um die Kontinuität zu den Vorgängermodellen zu bewahren, wird es nur die notwendigsten Änderungen geben.
  • Neue, billigere Modelle des iPhones wird es weiterhin nicht geben. Wie schon beim iPad wird Apple die Vorgängermodelle zu einem vergünstigten Preis vertreiben. Damit wird den anderen Smartphone-Herstellern Konkurrenz gemacht. Neue Modelle mit abgespeckten Funktionen widersprächen dem bisherigen Verhalten von Apple komplett.

An dieser Liste meiner Erwartungen sieht man deutlich einen Vorteil, den die Hersteller von Android-Smartphones haben: Sie können neue Modelle mit nur wenigen technischen Neuerungen auf den Markt bringen. Und haben so den Vorteil, dass sie sich auf diese kleinen Neuerungen konzentrieren können, um sie fehlerfrei zu supporten. Es sind quasi kleinere Evolutionssprünge als sie das iPhone machen muss, um weiterhin ein Highend-Produkt zu sein.
Deshalb ein hier noch ein abschließender Tipp: Werden meine Erwartungen an das neue iPhone erfüllt, wird es nach dem ersten, massiven Begeisterungssturm einige schwere Bugs und Fehler geben. Vielleicht wäre dann das Warten auf das neuere neue iPhone im Herbst 2013 angebracht.

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Marc Pentermann bloggt seit über zehn Jahren, hauptsächlich über technische, netzpolitische und sozialpolitische Themen mit dem Schwerpunkt Arbeit & Arbeitsmarkt. Immer sonntags gibt es einen Sammelbeitrag von lesenswerten Artikeln. Er arbeitet als Berufs- und Sozialpädagoge in der beruflichen Rehabilitation. Seit 2010 lebt er in Österreich (mehr).