Wilde, hemmungslose und mega-geile Hardcore-Pornos

Pornografie im Internet ist ein schwieriges Thema. Das Internet hat vielfach noch den Ruf einer Schmuddelgrube, mit dem einzigen Zweck Pornos zu verbreiten und andererseits ist es eines der meistgesuchten Themen des Internets. Unabhängig von den noch so hoch gesteckten Ansprüchen in und für das Internet (Beispiel) ist das Geschäft mit dem Sex ganz einfach lukrativ.

Doch für (deutsche) Gerichte sind nicht unbedingt die Profitmöglichkeiten ein Thema, sondern auch der Kinder- und Jugendschutz. Denn pornografische Inhalte sollen Kindern und Jugendlichen nicht zugänglich sein. Der Struktur des Internets widerspricht aber nun länder-spezifische Inhaltskontrolle, denn das Internet wurde ja eben konstruiert, um einen gleichberechtigten und von jedem Ort zugänglichen Zugriff auf Inhalte zu haben. Und staatsspezifische Inhaltskontrolle wird immer wieder umgangen und verständlicherweise auch diskutiert. Denn die zuerst noblen Vorstellungen des Jugenschutzes können sich auch schnell in eine politische Zensur umdeuten lassen. So war die Idee des EU-Kommissars Frattini zum Verbot der Internetsuche nach gefährlichen Begriffen nicht gerade überraschend. Nur technischer Unfug und politische Zensur.

Nun verlangt der Bundesgerichtshof eine effektive Barriere, um Kindern und Jugendlichen den Zugang zu pornografischen Schriften/Bildern zu versagen (siehe die Meldungen bei heise und der Tagesschau). Und auch Arcor soll wieder Porno-Seiten sperren. Doch so leicht lässt sich ein internationales Internet nicht kontrollieren. Es wird wieder und wieder, mehr und mehr Anleitungen zum Umgehen solcher Sperren geben. Beim Konsum von Zigarren und Alkohol ist der deutsche Jugendschutz einen Schritt weiter: Statt ein rigoroses Verbot an den Anfang zu stellen, wurde auch über die Gefahren aufgeklärt. Und bei vielen Pornos könnte man auch einmal über die Art und Weise der Darstellung diskutieren, vermittelte Rollenbilder und deren Wirkung. Glaube ich jedenfalls, denn ich habe natürlich noch nie so etwas gesehen ;)

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Marc Pentermann bloggt seit über zehn Jahren, hauptsächlich über technische, netzpolitische und sozialpolitische Themen mit dem Schwerpunkt Arbeit & Arbeitsmarkt. Immer sonntags gibt es einen Sammelbeitrag von lesenswerten Artikeln. Er arbeitet als Berufs- und Sozialpädagoge in der beruflichen Rehabilitation. Seit 2010 lebt er in Österreich (mehr).

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