The new iPad. Bremst Apple das neue iPad absichtlich aus?

Achtung, dieser Artikel ist spekulativ. Sehr spekulativ. Denn es geht um The new iPad. Und ich gehe hier von einer vielleicht ziemlich waghalsigen These aus: Apple hätte das neue iPad viel stärker verbessern können.

Das basiert auf folgenden Überlegungen:

  • Apple kann es sich finanziell leisten, wenn das neue iPad kein durchschlagender Erfolg wird.
  • Apple weiß, dass es mittelfristig durch die Konkurrenz von Android und Windows 8 (Metro-Oberfläche) keine absolute Marktführerschaft halten kann.

Und nun zum Warum…

iPad 2 - Das berühmte Apple-Tablett

iPad 2 - Das berühmte Apple-Tablett

Was hätte das iPad (3. Generation) theoretisch alles können?

LTE

In Deutschland, Österreich und sicherlich einigen weiteren Länder ist schnell klar geworden, dass LTE nicht unterstützt wird. Die Frequenzen sind unterschiedlich zu den in den USA gebrauchten. Nun hat Qualcomm aber bereits im November 2011 LTE-Chips vorgestellt, die weltweit funktionieren sollen. Doch anscheinend genügten sie nicht Apples Ansprüchen.
Vielleicht waren sie zu fehleranfällig, passten nicht in das Innendesign des iPad oder verbrauchten zu viel Strom. Alles möglich. Aber denkbar ist auch, dass Apple die LTE-Unterstützung erst mal im Livebetrieb des iPad testen möchten. Denn für das kommende iPhone 5 wird LTE-Unterstützung durchaus erwartet.

Das als erstes LTE-Handy in Deutschland gefeierte HTC Velocity 4G unterstützt ebenso nicht alle LTE-Frequenzbereich. Sodass im Netz der Deutschen Telekom in ländlichen Gebieten LTE 4G benutzbar ist, in Städten (Frequenzbereich 1,8 GHz) allerdings nicht. Im Vodafone- und O2-Netz mag das wieder anders aussehen, da diese auch in Städten andere Frequenzbereiche (nämlich 800 MHz und 2,6 GHz) benutzen.

Kamera

Die Kamera auf der Rückseite des neuen iPads wurde stark verbessert und macht nun sehenswerte Fotos. Fast auf dem Niveau der iPhone 4S-Kamera, was für vernünftige Fotos und auch Videos ausreichend sein sollte. Wobei es durch die Größe des iPads meistens Schnappschüsse sein werden. Oder Videos, denn das iPad könnte auch ein netter Ersatz für eine Home-Videokamera sein.

Aber die Frontkamera wurde nicht überarbeitet. Und sie hätte auch ein paar Megapixel verdient. Ich jedenfalls benutze sie häufiger, denn für Skype und Facetime ist sie gut. Und bei immer schnelleren Internetverbindungen könnte etwas mehr Qualität auch nicht schaden.
Und ich wage zudem zu behaupten: Die Frontkamera wird weitaus häufiger benutzt. Nämlich für Videotelefonie.

Zum Diktat, Siri

Diktieren statt Schreiben! Das neue iPad 3 hat nur eine Diktatfunktion, aber keine Sprachsteuerung oder das berühmte Siri. Soll Siri ein Alleinstellungsmerkmal des iPhone bleiben? Sicherlich funktioniert es nicht optimal, aber der Schlüssel zur Verbesserung der Spracherkennung liegt in mehr Daten. Erst diese ermöglichen eine Verbesserung.

Also…

Das neue iPad hat einige Probleme. Es soll sehr warm werden und der neue Akku soll mehr als sieben Stunden zum Laden benötigen. Beides ist verständlich, denn die hohe Grafikleistung durch das Retina-Display mit der sehvolutionären Auflösung von 2048 x 1536 Pixeln wird einige Energie verbrauchen. Und Abwärme bei einem hohen Energieverbrauch ist auch logisch, denn ein Lüfter würde sich durch die entstehende Geräuschkulisse absolut verbieten.

The new iPad. Bild: www.apple.com/de/ipad

The new iPad. Bild: www.apple.com/de/ipad

Doch das iPad hat noch ein weiteres Problem. Das Display. Es mag so gut und hochauflösend sein, aber dafür müssen auch die Inhalte angepasst werden. Apple hat seine Webseite überarbeitet, damit die Bilder dort mit der Dritten Generation des Tabletts nicht verpixelt angezeigt werden. Dasselbe Problem haben Apps, die mit Grafiken arbeiten. Schriften sind kein Problem, diese werden einfach hochskaliert und sehen auch auf dem neuen Display gut aus. Sehvolutionär eben…

Neben der notwendigen Anpassungen die wohl fast alle Apps durchmachen müssen, ergibt sich noch ein zweites Problem: Die Dateigröße. Höherauflösende Grafiken benötigen mehr Platz. Nicht nur auf dem iPad selber, auch auf dem Weg dorthin. Mag das beim Download einer App noch verschmerzbar sein, wird es für Webseiten heikel. Denn niemand mag beim Surfen warten. Aber wer möchte schon verpixelte Bilder sehen? Erst recht wenn man gerade viel Geld für ein Gerät mit einem hochauflösenden Display bezahlt hat?

Und daher kann sich Apple einfach nicht erlauben, weitere Baustellen mit neuen Funktionen aufzumachen. Zumal das iPad zwar als Marktführer gesehen wird, aber gegen die Masse an Android-Tabletts ankämpfen muss. Gerade im mittleren oder niedrigen Preissegment macht Android hier ordentlich Konkurrenz. Und Windows 8 wird es gegen Ende 2012 voraussichtlich auch machen.

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Marc Pentermann bloggt seit über zehn Jahren. Hier wird über technische, netzpolitische und sozialpolitische Themen mit dem Schwerpunkt Arbeit & Arbeitsmarkt geschrieben und Fotos veröffentlicht.

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