Nach den ersten Tagen: Siri! Sprich zu mir, mein iPhone

Willkommen zum 5.Teil meiner Serie Nach den ersten Tagen mit dem iPhone 4S. Hier geht es um den Sprachassistenten Siri. Das Feature des iPhone 4S, mit dem so richtig Eindruck schinden kann.

Das iPhone 4S

Das iPhone 4S

  1. Das äußere Erscheinungsbild & das Display des iPhone 4S
  2. Die inneren Werte: iOS 5, Widgets, iCloud, iMessage, Twitter-Integration, Reminder (Erinnerungen) und der Fotostream
  3. Der Antennen-Bug und der Akku des iPhone 4S
  4. Die Kamera des iPhone 4S
  5. Siri, sprich zu mir!
  6. Ein Resümee: der Gesamteindruck des iPhone 4S

Der Sprachassistent als Vorzeige-Feature

Es ist schon beeindruckend, wenn man sein iPhone fragt Wie wird das Wetter morgen? und es antwortet schnell mit einer 7-Tage-Vorhersage. Und die Erkennung von unterschiedlichen Stimmen ist auch problemlos. Man kann es also nicht nur selber bedienen, sondern jemandem hinhalten und jenen bitten, nach dem Wetter zu fragen. Das ist wirklich cool. Awesome!
Es ist eine Funktion zum Angeben und das weiß Apple auch genau. Deshalb wird es auch in der Werbung ordentlich beworben:

Werbespot zu Siri auf dem iPhone 4S (englisch)


YouTube-Direktlink

Was kann Siri?

Noch ist die deutsch-sprachige Version gegenüber der englischen beschnitten. Routen, Karten und die Integration von Wolfram Alpha fehlt bislang noch.

Doch allzu kurz ist die Liste der Funktionen des deutschsprachigen Sprachassistenten auch nicht:

  • Kontakte aus dem Adressbuch anrufen
  • Bestimmte Musikstücke abspielen
  • Nachrichten, also SMS und iMessages, erstellen und versenden
  • Emails erstellen und versenden
  • Ankommende SMS und iMessages vorlesen
  • Einträge im Kalender eintragen, verschieben und löschen. Allerdings nicht vorlesen.
  • Erinnerungen erstellen
  • Einen Wecker einrichten
  • Informationen aus dem Adressbuch anzeigen (Adressen, Telefonnummern, Email-Adressen usw.), aber nicht vorlesen oder verändern
  • Notizen eintragen
  • Eine Websuche starten
  • und natürlich eine Wettervorhersage anzeigen. Dabei kann man den Ort angeben. Lässt man ihn weg, wird der eigene Standort abgerufen und dazu die Wettervorhersage geliefert.

Zudem gibt es bei jedem Textfeld ein Mikrofon-Symbol. Mit diesem kann man auch in anderen Apps Texte einfach diktieren.

Wie funktioniert Siri?

Siri braucht eine funktionierende Internetverbindung. Denn der aufgenommene Befehl wird an Server von Apple geschickt, dort verarbeitet und dann auf dem iPhone ausgegeben. Eine langsame Internetverbindung bedeutet also einen langsamen Sprachassistenten.

Eine undeutliche Aussprache oder starke Hintergrundgeräusche stören ebenfalls. Das verwundert nicht wirklich, kann aber manchmal verwirren: Denn Apple positioniert den Sprachassistenten nicht als technisches Feature, sondern gibt diesem einen Namen: Siri.

Und ich habe mich ertappt, Siri in einem Gespräch mit mehreren Gesprächspartnern als verstehend anzureden. Nämlich mein iPhone anzuschauen, Siri einen Auftrag zu erteilen und dann den Blick wenden und weiter zu sprechen.
Für menschliche Gesprächspartner ist sofort klar, an wen jeweils welcher Gesprächsteil adressiert ist. Doch Siri versuchte den gesamten Text zu verarbeiten, was natürlich fehl schlug.

Sehr praktisch ist allerdings, dass Siri den Kontext verstehen kann. Gebe ich Siri die Anweisung einen Termin am Freitag für 14 Uhr einzurichten, kann ich danach direkt sagen: Verschiebe den Termin auf 15 Uhr! Und Siri weiß, welcher Termin gemeint ist.
Und sage ich Siri Rufe meine Mutter an!, fragt Siri, wer meine Mutter ist. Tage später kann ich sagen Schreibe eine Email an meine Mutter! und es wird der passende Eintrag aus meinem Adressbuch verwendet.

Das klingt perfekt …

Aber natürlich ist Siri noch nicht perfekt. Apple hat Siri als Beta-Version vorgestellt. Das ist für Apple ungewöhnlich, es trifft es aber genau. Siri ist bislang nur auf Deutsch, Englisch und Französisch verfügbar.

Und auch in diesen drei Sprachen gibt es Probleme. Berühmt-berüchtigt ist zum Beispiel dieser (englische) Dialog:

Customer: Call me an Ambulance!
Siri: From now on I will call you „an Ambulance“.

Die österreichische Zeitung Der Standard hat einen Vergleich zwischen Siri, der Android-Sprachsteuerung und der Windows7-Sprachsteuerung gemacht. Zusammenfassend kann man sagen: Siri ist der Einäugige unter den Blinden.

Gerade längere Sätze oder Nebensätze, besonders mit einem erweiterten Infinitiv, bringen Siri oftmals aus der Fassung. Zwar nicht emotional aber technisch. Allerdings ist es für den Benutzer durchaus anstrengend, wenn einen das menschliche wirkende Siri nicht versteht. Schließlich erwartet man bei einem menschlich wirkenden Interaktionspartner auch eine annähernd menschliche Intelligenz.

Bilder der Interaktion mit Siri

Zum besseren Verständnis, was man von Siri erwarten kann, gibt es nun einige Screenshots:

Kontinuität

Kontinuität: Siri, wie spät ist es in Mountain View?

Kontinuität: Siri, wie spät ist es in Mountain View?


Kontinuität: Siri, wie ist das Wetter dort?

Kontinuität: Siri, wie ist das Wetter dort?



Wake me up!

Einen Wecker stellen mit Siri

Einen Wecker stellen mit Siri


Und sich für das Weckerstellen bedanken

Und sich für das Weckerstellen bedanken



Ohne Netz und doppelten Boden

Ohne verfügbare Internetverbindung funktioniert Siri nicht

Ohne verfügbare Internetverbindung funktioniert Siri nicht



Einen Termin bitte

Welche Termine habe ich, Siri?

Welche Termine habe ich, Siri?


Einen Termin mit Siri in den Kalender eintragen

Einen Termin mit Siri in den Kalender eintragen



Warum liegt hier Schnee – Missverständnisse mit Siri

Wie wird das Wetter morgen?

Wie wird das Wetter morgen?


Und wird es nächste Woche schneien?

Und wird es nächste Woche schneien?


Schneevorhersage?

Schneevorhersage?


Schnee am Wochenende?

Schnee am Wochenende?


Endlich eine Antwort - schneit es morgen?

Endlich eine Antwort - schneit es morgen?



Siri, wie geht es weiter?

Gerüchteweise soll es bald ein größeres Update für Siri geben. Die Integration von WolframAlpha und auch eine mögliche Hardware-Steuerung mit Siri (Mache ein Foto!) werden als mögliche Features genannt.
Derweil machen überall lustige Videos über Siri die Runde. Denn ein menschlich wirkender Interaktionspartner braucht natürlich auch etwas Humor. Manchmal freiwillig, manchmal unfreiwillig. Der Popularität des Apple’schen Sprachassistenten ist das auf jeden Fall wenig abträglich.

Bei mir ist Siri noch nicht ganz angekommen. Mit seinem Smartphone zu reden, wirkt ungewöhnlich und ist durchaus gewöhnungsbedürftig. Ich werde nächste Woche einen persönlichen Test starten, indem ich meinen Dienstplan für den nächsten Monat versuche einzusprechen. Und bis dahin gibt es morgen Montag den letzten Teil meiner Serie Nach den ersten Tagen mit dem iPhone 4S zu lesen.

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Marc Pentermann bloggt seit über zehn Jahren, hauptsächlich über technische, netzpolitische und sozialpolitische Themen mit dem Schwerpunkt Arbeit & Arbeitsmarkt. Immer sonntags gibt es einen Sammelbeitrag von lesenswerten Artikeln. Er arbeitet als Berufs- und Sozialpädagoge in der beruflichen Rehabilitation. Seit 2010 lebt er in Österreich (mehr).

4 Kommentare

  1. Maik

    Ich bin nun seit ca 4 Wochen mit Siri „zusammen“ und möchte Sie auch nicht mehr missen.
    Wirklich klasse Feature was das neue iPhone unschlagbar macht (für mich für alle Apple Hasse nur ein Grund mehr zu meckern)

  2. Pingback: The new iPad. Bremst Apple das neue iPad absichtlich aus? - Der Webanhalter

  3. Pingback: Was ich vom neuen iPhone erwarte - Der Webanhalter

Kommentare sind geschlossen.