Nach den ersten Tagen: iOS 5 und die inneren Werte des iPhone 4S

Dies ist der zweite Teil meiner kleinen Serie Nach den ersten Tagen mit dem iPhone 4S. Nachdem es im ersten Teil um das Äußere und das Display des neuen iPhone ging, will ich hier auf iOS 5 des Apple’schen Smartphones eingehen.

iOS 5

Deprimierend aber wahr: Ich kann mich an die kurze Zeit, als auf meinem iPad noch iOS 4 installiert war, kaum erinnern. Selbstverständlich findet man, wie gewohnt, in der Wikipedia eine nette Übersicht über die Unterschiede der iOS-Versionen. Für mich sind vor allem der Fotostream, die iCloud, das Fehlen von Widgets und die Over-the-air-Updates interessant.

Golem.de hat ein recht übersichtliches Video veröffentlicht, indem die Neuerungen von iOS5 vorgestellt werden:

YouTube-Direktlink

Der Fotostream des iPhone 4S

Der Fotostream ist eine recht witzige Idee: Mache ein Foto und alle Geräte haben dieses Foto dann zur Verfügung. Ich habe es mit meinem iPad getestet, über WLan ist die Synchronisation sehr schnell. Auch auf meinem vorsintflutlichen Windows7-Rechner ist das Foto blitzschnell mit der iCloud Systemsteuerung.
Der Fotostream funktioniert so zuverlässig im Hintergrund, dass ich ihn immer wieder vergesse. Und mir beispielsweise Bilder per Email schicke, wenn ich sie auf einem anderen Gerät haben möchte.
Allerdings habe ich immer noch nicht wirklich verstanden, wie ich Bilder aus dem Fotostream löschen kann. Anscheinend geht dies nämlich überhaupt nicht, es werden die letzten 1.000 Fotos angezeigt.

iCloud – Irgendwie muss das doch gehen

iCloud ist ähnlich wie der Fotostream. Es funktioniert, aber so unheimlich im Hintergrund, dass ich es oftmals vergesse. Ich verwende es zur Synchronisation meines Kalenders und meiner Kontakte. Und meiner Dokumente, die ich auf dem iPhone zwar nicht weiterbearbeiten möchte, aber manchmal doch kurz einsehen möchte. Hier funktioniert die Synchronisation problemfrei. Allerdings nicht mit dem Windows-Rechner, was sicherlich daran liegt, dass es kein Pages, Numbers und Keynote dafür gibt. Das ist durchaus schade, denn dies könnte für den Privatanwender durchaus praktisch sein.

Widgets? Fehlanzeige!

iOS 5 für das iPhone bringt eine neue Mitteilungszentrale mit. Die Statuszeile im Display, die bislang mit Uhrzeit und Batterieanzeige ausgelastet war, lässt sich wie bei Android herunterziehen. Und offenbart dann Mitteilungen, über neue Emails, Kalendereinträge etc. Es ist konfigurierbar, welche App dort was anzeigen kann.
Und glücklicherweise kann man auch die zwei Widgets entfernen, die Apple dort herein gestellt. Ein Wetterwidget und ein Widget für Aktienkurse. Beides brauche ich nicht und habe ich mir nicht einmal genauer angesehen. Zumal ein Wetterwidget, das ständig den aktuellen Ort abfragt und dazu die passende Wettervorhersage lädt, den Akku vollkommen unnötig belastet.

Ein Widget auf dem Homescreen, dass die aktuellsten Kalendereinträge direkt anzeigt, wäre mir aber deutlich lieber. Doch hierauf hat Apple beim Kopieren der Android-Widgets verzichtet. Sehr schade.

Over the air – Rockt!

Update iOS 5.0.1 auf dem iPad 2

Update iOS 5.0.1 auf dem iPad 2

Das iPhone bzw. jedes andere iOS 5-Gerät lädt ein Update herunter und installiert es direkt. Ohne dafür an einen Computer angeschlossen werden zu müssen. Ein ziemlich praktisches Feature, das auch Android schon vorgestellt hatte.
In die gleiche Kerbe schlägt auch die mittlerweile mögliche Einrichtung seines iPhones, ohne es an einen Computer mit iTunes anzuschließen. Das ist durchaus praktisch, aber hauptsächlich weil iTunes eine unglaublich träge und unübersichtliche Software ist.

iMessage

iMessage sollte ich auch kurz erwähnen. Damit lässt Apple einen Konkurrenten zum beliebten Whatsapp los, der problemlos und kostenlos (Internetverbindung vorausgesetzt) funktioniert. Das iPhone prüft, ob sich hinter der anderen Nummer auch ein iPhone verbirgt und schickt dann keine SMS sondern eine iMessage. Gerade über Ländergrenzen hinweg eine deutlich kostengünstigere Variante als eine SMS.

Twitter! Let’s share!

Von Android her kennt man umfangreiche Teilen bzw. Sharen Menüs. In diese Schnittstelle kann sich unter Android jedwede App eintragen. Bei mir führte das zu einem Sharen-Menü, das gefühlte zehn Sekunden zum Laden brauchte. Aber so wirklich alles ermöglichte. iOS 5 integriert nun Twitter neben dem Teilen per Email, Drucken o.ä. Das ist für Twitter gut, für einen Twitterer wie mich auch, aber manchmal vermisse ich die Einbindung weiterer Dienste. Oder besser: dass ich selbst bestimmen könnte, was dort eingetragen ist. Denn ich drucke nichts aus. Erst recht habe ich keinen WLan-Drucker oder kann mein iPhone sonst wie an den Drucker bringen.
Die Integration von Twitter selbst ist aber sehr angenehm. Durchdacht, übersichtlich und einfach. Und ich konnte damit keine Probleme feststellen.

Erinnere mich!

Die Erinnerungs- bzw. Reminder-Funktion wird oft genannt, wenn von den neuen Features von iOS 5 gesprochen wird. Sie hat zwei Vorteile, die andere To-Do-Apps (noch) nicht bieten können:

  • Integration in den Sprachassistenten Siri
  • Ortsbasierte Erinnerungen

Auf Siri gehe ich in einem weiteren Artikel aus dieser Serie genauer ein. Deshalb will ich nur kurz erwähnen, dass es durchaus praktisch ist, einfach zu sagen: Erinnere mich in fünf Minuten an den Kochtopf. und 5 Minuten später klingelt das iPhone. Andere Apps müssen erst gestartet werden, das Textfeld gefunden und getippt oder gesprochen werden. Die Integration in Siri erleichtert das Erstellen von einfachen Erinnerungen sehr.

Ortsbasierte Erinnerungen klingen in der Theorie sehr praktisch: Erinnere mich, wenn ich das Haus verlasse, noch einzukaufen. Oder Erinnere mich in Ort XY zu tanken, weil es dort z.B. billiger ist. Ich muss allerdings zugeben, die ortsbasierten Erinnerungen noch nicht ausführlich getestet zu haben. Denn wenn das iPhone ständig den Standort abruft und mit den Erinnerungen vergleichen muss, erwarte ich keine hohe Akkulaufzeit mehr. Und auf diese war ich bislang meistens angewiesen. Außerdem habe ich ansonsten ein relativ gutes Gedächtnis, dessen Einkaufsliste bspw. in die App Wunderlist ausgelagert ist. Da benötige ich es nicht.

Weiter geht’s!

Morgen gibt es dann einen kürzeren Artikel zum Antennen-Fehler, der beim iPhone 4 auftrat, und zur Akkulaufzeit. Wer heute noch einen Videobeitrag zu iOS 5 anschauen möchte, dem empfehle ich die letzte Folge des Podcasts “Mein iPhone und ich” (iTunes-Link).

  1. Das äußere Erscheinungsbild & das Display des iPhone 4S
  2. Die inneren Werte: iOS 5, Widgets, iCloud, iMessage, Twitter-Integration, Reminder (Erinnerungen) und der Fotostream
  3. Der Antennen-Bug und der Akku des iPhone 4S
  4. Die Kamera des iPhone 4S
  5. Siri, sprich zu mir!
  6. Ein Resümee: der Gesamteindruck des iPhone 4S

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Hier schreibt exklusiv für Dich

Marc Pentermann bloggt seit über zehn Jahren, hauptsächlich über technische, netzpolitische und sozialpolitische Themen mit dem Schwerpunkt Arbeit & Arbeitsmarkt. Immer sonntags gibt es einen Sammelbeitrag von lesenswerten Artikeln. Er arbeitet als Berufs- und Sozialpädagoge in der beruflichen Rehabilitation. Seit 2010 lebt er in Österreich (mehr).

5 Kommentare

    • Das freut mich natürlich ;-)
      Aber übermorgen und überübermorgen wird’s auch gut…

  1. Newbie

    Und wie hast du die Widgets gelöscht?
    Bei dem Aktienteil zB konnte ich nur die Kurse aber nicht das komplette Widget entfernen.
    Auch nerven die unnötigen Widgets auf dem “Desktop”. Wie hast du die gelöscht?

    • Du kannst diese Widgets nur deaktivieren. Nämlich über:
      Einstellungen > Mitteilungen > Wetter- bzw. Aktien-Widget > “In der Zentrale” ausschalten

      Die Apps selber bleiben auf den Homescreens, du kannst sie nicht löschen. Ich habe auf meinem letzten Screen einen Ordner “Ungenutzt” angelegt und sie dort hinein verschoben.

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