Warum sind denn die Knöpfe links? – Lucid Lynx und die neuen Schaltflächen

Mit dem neuen Ubuntu 10.04 soll auch ein neues Design Einzug halten. Doch die ersten Screenshots und Pakete lösen starke Diskussionen aus. Was ist anders? Und was bedeutet es?

Die neuen Schaltflächen von Lucid Lynx

Die neuen Schaltflächen von Lucid Lynx

Ein neues Logo, ein überarbeitetes Theme, neue Farbkombinationen und ein violettes Hintergrundbild als Standard: Es gibt ein neues Branding für Lucid Lynx. Der Verzicht auf die bislang vorherrschenden Brauntöne scheint ein Sakrileg zu sein.
Zusammen mit neuen Angeboten wie einem eigenen Musikstore und der Onlinefestplatte Ubuntu One beschreitet Ubuntu einen durchaus untypischen Weg. Statt mit neuen Features zu punkten, Bugs (bzw. deren Beseitigung) in den Vordergrund zu stellen und über den Support für Firmenkunden sich zu refinanzieren, sucht Ubuntu neue Wege. Kostenpflichtige Premiumservices scheinen der neue Weg zu sein.

Doch dafür muss Ubuntu beliebt werden. Nicht nur Firmenkunden müssen gewonnen werden, sondern im Gegenteil Heimanwender müssen Lucid Lynx installieren und nutzen. Und dafür ist ein hübsches Aussehen notwendig.

Lucid Lynx wird iUbuntu?!

Über Usabilitytests und über Apples Design als Vorbild wird spekuliert. Oder auch schonmal hämisch gelacht. Auch wenn Apple nicht gerade für Feiheit und Offenheit steht, wird das Aussehen schon mal innovativ und benutzerfreundlich genannt.

Gerade die neue Ausrichtung der Schaltflächen wird kritisiert. Denn sie ist neu und absolut ungewohnt. Auch wenn sich die Buttons relativ leicht in die gewohnte Position bringen lassen, dürften Anfänger dies nicht so leicht bewerkstelligen können.

Denn eine kinderleichte Installation, ein leicht zu bedienender Bootmanager, der eine Parallelinstallation von Windows und Ubuntu ermöglicht, gute Treiberunterstützung für die meiste Hardware etc. bringt keine kompetenten Anwender hervor. Und in den unzähligen Tests, die Computerzeitschriften und Blogs machen werden, wird immer das Standarddesign zu sehen sein. Und damit für neue Benutzer werben. Oder eben neue Benutzer verschrecken.

Wohin führt Canonicals Weg?

Eine hübsche Linuxdistribution dürfte diejenige sein, die größere Verbreitung finden kann. Und sich mit durchdachten Zusatzdiensten vielleicht finanzieren kann. Im Firmenumfeld scheint das Geld nicht unbedingt zu liegen. Denn Windows 7 scheint sich gut zu verkaufen und eine Firma komplett auf Linux umzustellen, scheint momentan nicht unbedingt angesagt zu sein.

Die radikale Designänderung legt vielleicht eine Grundlage für ein erfolgreiches Ubuntu. Und somit ein auch finanziell erfolgreiches Linux. Einen neuen Weg in der Refinanzierung einer Distribution zu finden, ist sicherlich risikoreich. Denn die Opensourcegemeinde ist Geld nicht gewöhnt.

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Marc Pentermann bloggt seit über zehn Jahren. Hier wird über technische, netzpolitische und sozialpolitische Themen mit dem Schwerpunkt Arbeit & Arbeitsmarkt geschrieben und Fotos veröffentlicht.

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