Liebes Dürrenschöberl!

Gipfelkreuz Dürrenschöberl

Weißt Du eigentlich, wie viel Schweiß Du mich gekostet hast? Sicherlich lässt sich das in T-Shirts angeben, die pitschnass waren und die ich vorm Waschen erstmal auswringen musste. Aber am nächsten Tag dann… Denn nach meinen ersten Aufstiegen war ich zu nichts mehr zu gebrauchen. Und die angeblichen Aufstiegszeiten von drei Stunden für die 1000 Höhenmeter vom Bahnhof aus, fand ich auch deutlich unrealistisch. Habe ich bei meinem ersten kompletten Aufstieg sechs Stunden gebraucht? Oder nur fünf? Aber die Dusche zuhause und die Pizza nach dem ersten Gipfelkreuz werde ich wohl nicht vergessen. Und eine halbe Woche Muskelkater habe ich auch noch gut in Erinnerung. Die große Quattro-formaggi vom König, bequem nach Hause geliefert und schon im Fahrstuhl lief mir das Wasser im Mund zusammen. Meinen guten Vorsatz immer die Stiegen und nie den Lift zu nehmen, verwarf ich schnell. In beide Richtungen und nicht nur für den Abend, sondern auch die nächsten Tage. Ich erwähnte schon den Muskelkater, oder?

Zwei, zweieinhalb Jahre und sicherlich ein Dutzend Aufstiege haben wir nun hinter uns. Sonnenschein, Wind, Nebel, Regen und einmal sogar ein kleines Gewitter beim Abstieg – den Wetterbericht schaue ich mir bei der nächsten Tour wirklich vorher an!Ich habe immer gemocht, dass so herrlich wenig los war bei Dir. Es liegt sicherlich auch daran, dass die Wege nicht sehr gut ausgebaut sind. Und dass es keine Hütte gibt. Und keine gute Wasserquelle, denn das kleine Bergrinnsal zählt nicht. Und Deine kleine Sumpflandschaft etwas unterhalb des Gipfels hast Du weder gut beschildern lassen. Noch konnte ich sie je trockenen Fußes begehen, wenn es am Vortag oder Tag selber regnete. Deshalb grüße ich an dieser Stelle auch ganz herzlich meine Northland-Wanderschuhe und das Imprägnierspray für 7 Euro vom Deichmann!Gestern haben wir uns heuer das erste Mal wieder gesehen, liebes Dürrenschöberl.

Und es wird wohl dauern, bis du mich wieder zum Schwitzen bringst. Zum Abschied hättest Du mich schon mit einer besseren Aussicht verabschieden können. Schließlich hast Du mich gestern auch ein durchgeschwitztes T-Shirt gekostet. Aber ich mag Dich gerade deshalb ;-)

Bis 2018!

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Marc Pentermann bloggt seit über zehn Jahren, hauptsächlich über technische, politische und netzpolitische Themen. Auch über Gadgets, oftmals aus dem Hause Apple und immer wieder gibt es Fotos aus dem Leben. Immer sonntags gibt es einen Sammelbeitrag von lesenswerten Artikeln. Er arbeitet als Sozialpädagoge in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen. Seit 2010 lebt er in Österreich (mehr).