Nazidemonstrationen ignorieren?! Rechtsextreme Demonstrationen als Normalzustand?!

Der Störungsmelder veröffentlichte heute einen Beitrag unter dem Titel Nazis ignorieren? und führt jeweils drei Argumente für bzw. gegen ein Ignorieren von Nazi-Aufzügen an. Das Ignorieren einer rechtsextremen Demo ist aber immer das falsche Mittel, hier vier weitere Argumente gegen ein Wegschauen:

Für die rechtsextreme Szene

Funktionärstreffen

Im Rahmen von Demonstrationen können und werden wahrscheinlich auch organisatorische Absprachen zwischen den Funktionären getroffen. Rechtsextreme Funktionsträger der verschiedenen Ebenen und auch verschiedener rechter Organisationen treffen zusammen. Es können zwischendurch leicht kleinere Absprachen getroffen und Probleme diskutiert werden.

Treffen der rechten Fußtruppen

Nicht nur die Funktionäre treffen sich. Nach erfolgreicher Demo kann in privaten Kreisen schon mal das eine oder andere Bierchen getrunken werden. Vielleicht auch vorher oder während der Demo, was von den Funktionären wohl eher ungern gesehen wird. Das Treffen des Fußvolks wirkt verbindend. Es erweitert oder pflegt seine Kontakte, ob mit oder ohne Gegenprotesten! Können Demos ohne große Proteste durchgeführt werden, lassen sie sich einfach ob des Event-Faktors mit einem der bislang schon für die Rechten erfolgreichen, klandestin durchgeführten Konzerte verbinden.

Außerhalb der Szene

Das falsche Signal

Ein Ignorieren von rechtsextremen Demonstrationen motiviert die heimlichen Rechten, die interessierten Beinahe-Nazis! Die Zuschauer und heimlichen Sympathisanten sehen nur, dass die Rechtsextremen keinen Protest bekommen. Sind so denken sie dann wahrscheinlich, die Nazis dann vielleicht doch nicht so schlimm?

Gegen das Grundgesetz!

Die Auslegung der Gesetze, die Verfassungswidrigkeit verschiedener Parteien und Organisationen mag (unter Juristen) durchaus umstritten sein. Unumstritten dürfte allerdings der Grundgedanke des Grundgesetzes sein. Schließlich entstand es nicht in luftleerem Raum, sondern aus dem Gedanken heraus, dass in Deutschland nie wieder eine Nazi-Diktatur errichtet werden sollte.

Also?!

Den Kopf in den Sand zu stecken, war noch niemals ein angemessene Problemlösung. Und es auch noch niemals eine angemessene Auseinandersetzung mit einer menschenverachtenden Ideologie und deren versuchter Macht-Demonstration auf der Strasse!

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Marc Pentermann bloggt seit über zehn Jahren, hauptsächlich über technische, politische und netzpolitische Themen. Auch über Gadgets, oftmals aus dem Hause Apple und immer wieder gibt es Fotos aus dem Leben. Immer sonntags gibt es einen Sammelbeitrag von lesenswerten Artikeln. Er arbeitet als Sozialpädagoge in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen. Seit 2010 lebt er in Österreich (mehr).